RB Leipzig

Kampf im „Karli” angenommen, nur einer fiel ab: Die Einzelkritik nach dem knappen Arbeitssieg von RB Leipzig in Babelsberg

Von Ullrich Kroemer, Martin Henkel 27.10.2021, 09:13
Erzielte den einzigen Treffer in Babelsberg: Dominik Szoboszlai.
Erzielte den einzigen Treffer in Babelsberg: Dominik Szoboszlai. imago images/Matthias Koch

So haben wir die Spieler von RB Leipzig beim 1:0 (1:0) in Babelsberg gegen den SVB 03 gesehen:

Josep Martínez: Erster Pflichtspieleinsatz für den 23 Jahre alten Spanier. Hatte nichts großartig zu tun, die zwei Torschüsse der Babelsberger gelangten nicht auf sein Tor. Hatte einen brenzligen Ausflug weit aus seinem Sechzehn-Meterraum heraus, als Robin Müller ihm den Ball vor den Füßen wegspitzelte und das Tor kurz verwaist war. Einsamkeit war aber kein Thema: 31 Ballkontakte sprechen für eine ausreichende Einbindung ins Spiel. Note: 3.

Benjamin Henrichs: Zweiter Startelfeinsatz für den Nationalspieler am Stück. War fleißig und in der ersten Hälfte auch gut ins Offensivspiel eingebunden. Doch nach so langer Bankzeit fehlt offenkundig das Selbstvertrauen: Spielte 15 Fehlpässe. Immerhin, zwei Mal schoss er aufs Tor. Gleich zu Beginn hätte er nach Ablage von Poulsen treffen müssen (9.); eine Großchance von Poulsen bereitete er vor, als er gut mit der Brust abtropfen ließ (20.). Note: 3.

Willi Orban: Wie immer ein höchst solider Auftritt des Abwehrchefs im „Karli“. Ließ wenig anbrennen, spielte robust. War aber nicht unbeteiligt an der hektischen Schlussphase. Hatte eine Zweikampfquote von nur 50 Prozent. Note: 3.

Mohamed Simakan: Keine unnötigen Fouls des ungestümen Franzosen diesmal, was eine Leistungssteigerung bedeutet zu den vorherigen Auftritten. Gute Passquote (83 Prozent) und gute Zweikampfquote (80 Prozent). Note: 3. 

Angeliñ0: Wie Henrichs auf der Gegenseite auch bemüht, die Außen gut und gefährlich zu besetzen. Zwei, drei sehr gute Anspiele auf die Stürmer vorm Babelsberger Tor. Hatte mit dem schnellen Müller so seine Probleme beim Zurücksprinten. Note: 3.

Kevin Kampl: Versuchte gegen tiefstehende Babelsberger als Pendelspieler die Angriff der Leipziger variabel zu gestalten. Gelang ihm nicht selten. Baute in der zweiten Halbzeit aber ab und gab den Babelsbergern so Raum für ihre Schlussoffensive. Note: 3.  

Tyler Adams: Giftiger Raumschließer und Ballräuber im zentralen defensiven Mittelfeld. Hatte die meisten Ballkontakte (114) im RB-Team und mit 88 und 95 Prozent exzellente Passgenauigkeits- und Zweikampfwerte. Note: 2,5.

Hugo Novoa: Guter, erster Startelfeinsatz des 18-Jährigen. Er war auf der rechten Zehnerposition aktiv, selbst immer anspielbar und hatte gute Abspielideen. Eine Topchance hatte er selbst, als er aus spitzem Winkel an Keeper Theißen scheiterte (29.). „Er hat seine Rolle verstanden, hat gut mit und gegen den Ball gespielt, einer unserer besten Spieler in diesem Spiel – überragend”, urteilte Trainer Jesse Marsch. Note: 2,5.

Dominik Szoboszlai: Der Beste an diesem Abend in Babelsberg. Szoboszlai nahm den Kampf auf der linken Zehnerposition an, ackerte und belohnte sich und das Team mit dem Tor des Abends, als er Theißen eiskalt durch die Beine schoss (45.). Hätte noch sein zweites Tor nachschieben können, als er aus vollem lauf abzog, doch diesmal parierte Theißen (49.). Mit insgesamt vier Torschüssen, sechs (!) Torschussvorlagen und 86 Ballkontakten der zentrale Offensivspieler dieser Pokalpartie. Note: 2.

Yussuf Poulsen: Poulsen harmonierte gut mit Szoboszlai und legte ihm mit schöner und eleganter Vorarbeit in der Zentrale den Ball zum 1:0 auf. Hängte sich rein, gewann über 50 Prozent seiner Zweikämpfe und feuerte acht Mal aufs Tor. Hätte kurz nach Wiederanpfiff treffen müssen, als er von Angeliño bedient wurde, der Ball aber Zentimeter neben den Pfosten knallte. Note: 2,5.

André Silva: Erneut eine sehr schwache Darbietung des Portugiesen, war der Schlechteste auf dem Platz. Findet keine Abstimmung mit seinen Nebenleuten und kommt einfach nicht in gefährliche Situationen. War wenig am Ball und hatte keinen nennenswerten Torschuss. Musste nach 69 Minuten für Nkunku runter, weil Marsch die Torgefahr erhöhen wollte. Bei Silva ging die gegen Null. Note: 4,5.

Christopher Nkunku (69.): Der raue Kick in Potsdam war nichts für den Edelfuß. Kam noch für 20 Minuten ins Spiel, fand aber in der hektischen Schlussphase keine rechte Bindung mehr. Hatte die Riesenchance auf das 2:0, als er eine Flanke von Szoboszlai mit dem Kopf übers Tor setze (75.). Das hätte es sein müssen! Note: 3,5.

* Wir bewerten nur Spieler, die vor der 70. Minute zum Einsatz kamen.

(RBlive/ukr/hen)