Keine „Schatztruhe zum Geldausgeben” Kein Geld trotz Diomande-Deal? Daran hakt es in Leipzig
Warum reicht der Diomande-Deal nicht für neue Stars? Marcel Schäfer erklärt, was Leipzig bremst. Was ist im Transfer-Endspurt noch möglich?

Leipzig/dpa – Trotz des Mega-Transfers von Yan Diomande nach Madrid muss Fußball-Bundesligist RB Leipzig offenbar vorerst auf kostspielige Neuzugänge verzichten. „Zu glauben, dass wir nach einem großen Transfer ein Club sind, der eine Schatztruhe zum Geldausgeben hat, ist nicht richtig”, sagte Sportchef Marcel Schäfer der Sport-Bild.
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Die Sachsen hatten Shooting-Star Diomande für 125 Millionen Euro an Real Madrid verkauft. Zusammen mit der Ablöse für Loïs Openda und diversen kleineren Einnahmen hat der Club in diesem Sommer über 170 Millionen Euro erlöst. In Neuzugänge wurden rund 50 Millionen Euro investiert, zuletzt lieh man Christopher Nkunku von der AC Mailand.
Zahlungen von Red Bull limitiert
Leipzig möchte in der Offensive noch nachlegen, jüngst zerschlugen sich aber zwei Transfers. Beim Hoffenheimer Fisnik Asllani gab es Bedenken nach dem Medizincheck, der Kölner Said El-Mala wäre im Gesamtpaket zu teuer gewesen. Aktuell bemüht man sich um den Belgier Matias Fernandez-Pardo, hat bei dem Stürmer jedoch große und womöglich zahlungskräftigere Konkurrenz. Auch eine Verpflichtung des bei Newcastle selten zum Einsatz kommenden Nick Woltemade wäre nur über eine Leihe zu stemmen.
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Dass Leipzig trotz seines Geldgebers Red Bull nicht unüberlegt Geld ausgeben kann, erklärte Schäfer. „Es gibt eine nationale und internationale Kaderkostenregel”, sagte der Manager. Die Regelung besagt, dass maximal 70 Prozent der Einnahmen in Ablösesummen, Gehälter und Beraterhonorare investiert werden dürfen. Sponsoring-Zahlungen müssen marktüblich sein – und Leipzigs Marktwert sank zuletzt durch eine Saison ohne Europapokal.
RB braucht noch Einnahmen
Somit müssen Erlöse für Neuzugänge erzielt werden, weil RB im Gesamtumsatz als Klub wirtschaftlich noch wachsen muss. Bisher gibt es neben Transfers, den Zuwendungen von Hauptsponsor Red Bull und den TV-Einnahmen noch zu wenig andere Einnahmequellen.
„Daher haben wir auf der Abgangsseite wirtschaftlich noch einiges zu tun, weil wir den Kader auf ein gesundes Maß zurückführen müssen”, betonte Schäfer. Castello Lukeba galt eigentlich als Verkaufskandidat, doch aktuell findet sich kein Markt für den französischen Innenverteidiger. Auch Antonio Nusa galt lange als möglicher Abgang; selbst bei Kapitän David Raum ist noch nicht zu 100 Prozent klar, ob er bleibt. Für andere Streichkandidaten wie Conrad Harder, Suleman Sani und Ayodele Thomas werden sich womöglich nur Leih-Abnehmer finden.