Pardo bleibt im Visier Nkunku kommt: Kann er Schäfers zerfahrenen Transfersommer retten?
Der frühere Bundesliga- und RB-Star unterschreibt heute einen Leihvertrag mit seinem früheren Klub. Zahlt sich der Transfer aus, kann er Leipzigs Transferperiode retten. Bislang aber bleiben die Aktivitäten zerfahren – und belasten möglicherweise die Saison.

Leipzig/hen - Christopher Nkunku kommt. Das war am gestrigen Montag nur noch eine Frage von Details, bis der Franzose aufschlägt am Cottaweg, wo er 2019 bis 2023 schon einmal Spieler und Star von RB Leipzig gewesen. Heute ist Medizincheck, es folgt die Unterschrift unters Arbeitspapier, dann ist die Rückkehr perfekt für den 28-Jährigen nach drei schwierigen Jahren beim FC Chelseas und der AC Milan.
Leihe plus Kaufoption für Nkunku
Vielleicht entwickelt sich Nkunku ja zum Königstransfer. Vielleicht aber auch nicht. RB hat das Risiko vorsorglich minimiert und leiht den früheren Nationalspieler für drei Millionen Euro aus. Läuft alles nach Plan, steht eine Kaufoption über 28 Millionen Euro zur Nutzung bereit.
Im besten Fall kann Marcel Schäfer dann sagen: Das Transferfenster war gut. Bislang ist das aber nicht der Fall. Sieben Abgängen stehen fünf Zugängen entgegen, von denen bisher weder Rocco Reitz (Gladbach), noch Abdoul Koné und Maxime Esteve (beide Abwehr) oder Ørjan Nyland (2. Keeper) die Fantasie der RB-Fans farbig beflügeln. Was auch daran liegt, das zwei verletzt sind (Koné, Esteve), einer lange krank war (Reitz) und der Norweger Nyland mit dem Ausgang der Saison wenig zu tun haben wird.
Schäfer sieht sich genötigt
Lediglich Brajan Gruda, erneut von Brighton & Hove Albion geliehen, zeigte beim 6:0-Pokalsieg vergangenen Samstag, das seine Verpflichtung dem Kader von Trainer Martin Demichelis neue Qualität hinzufügt. Der 22-Jährige schoss ein Tor und bereitete eines vor.
Sportchef Marcel Schäfer sah sich nach Spiel trotzdem genötigt, seinen Sommerjob zu rechtfertigen. Er wolle da mal ein paar Dinge einordnen, sagte er, zählte alle Transfers dieser Saison auf und stellte fest: „Es ist schon einiges passiert. Wenn ich lese, es sei nichts passiert, ist das eine glatte Lüge.”
RB-Schulden wirken sich aus
Selten zuvor war ein Leipziger Transfersommer so zerfahren. Erst die WM, die sämtliche Aktivitäten ausbremste. Dann verkaufte Schäfer Unterschiedsspieler Yan Diomande an Real Madrid, wohlwissend um den Qualitätsverlust. Doch die Finanzabteilung pushte den Transfer, weil in den Büchern – Stand 2025 – u.a. 162 Millionen Euro Altverbindlichkeiten und knapp 190 Millionen Euro offener Zahlungen früherer Transfers stehen.
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Da aus der vergangenen Saison auch die Einnahmen aus dem verpassten Europapokal fehlen und die RB-GmbH sowie das Gesamtkonstrukt noch ein paar mehr Außenstände haben, war zu Beginn des Transferfensters klar, dass der Sportchef um die 100 Millionen Euro zur Tilgung einspielen muss. Mit den Diomande-Millionen und den 45 aus dem Verkauf von Lois Openda an Juventus Turin sowie weiteren 1,5 für den von Keeper Peter Gulacsi an den FC Villarreal ist der Auftrag zwar erledigt. Aber es reduziert die Summe, die Schäfer noch ausgeben kann.
Ist Pardo die Lösung?
Abgezogen die 45 Millionen Euro für Esteve und Reitz, plus neuer Schulden bleiben dem Chefeinkäufer vielleicht ca. 50 Millionen Euro, um die Zweifel an der Kader-Tiefe zu tilgen. Diese Summe war eigentlich für Fisnik Asllani von der TSG Hoffenheim gedacht, den Kauf des Offensivspielers stoppte aber das Veto der Klub-Mediziner. Und ein Wechsel von Flügelstürmer Said El Mala zu RB wiederum scheiterte an den exorbitanten 50-Mio-plus-Forderungen des 1. FC Köln.
Einen aber hat Schäfer noch. Matias Fernandez-Pardo ist der jüngste Name, der mit einem Wechsel an den Cottaweg in Verbindung gebracht wird. Der 21 Jahre junge Belgier ist auf den Flügeln zu Hause, kann aber auch im Zentrum spielen und will seinen Klub, den OSC Lille, unbedingt verlassen.
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RB hat bereits die Gespräche aufgenommen und hat Gerüchten zufolge 35 Millionen plus Zusatzzahlungen angeboten. Dem stehen allerdings 70 Millionen Euro entgegen, die Lille für das bis 2029 gebundene Eigengewächs aufruft. Irgendwo dazwischen dürfte der Kompromiss liegen. Aber auch die Gefahr für einen Transfersommer, der die neue Saison möglicherweise belastet.