Königslösung, Interim oder Überraschung?

Diese Trainer-Optionen hat RB Leipzig jetzt

Von Ullrich Kroemer Aktualisiert: 07.09.2022, 13:52
Kommt er sofort oder lässt er sich noch Zeit: Marco Rose.
Kommt er sofort oder lässt er sich noch Zeit: Marco Rose. (imago/Sven Simon)

Die Uhr tickt für RB Leipzig nach der Entlassung von Domenico Tedesco: An diesem Samstag gastiert Borussia Dortmund in der Messestadt (15.30 Uhr/Sky). Am Donnerstag steht das nächste inhaltliche Training an, für das die Mannschaft einen Übungsleiter braucht. Derzeit existieren nur zwei Optionen für den Klub:

Erstens: Der gebürtige Leipziger und in Taucha bei Leipzig wohnende Marco Rose unterschreibt noch an diesem Mittwoch und übernimmt Rasenballsport sofort. Das Problem daran ist das Auftaktprogramm gegen seine Ex-Klubs Dortmund und Gladbach unterbrochen von der Auswärtspartie bei Champions-League-Sieger Real Madrid. Verlöre Rose diese Spiele, wäre der Effekt des Trainerwechsels verpufft, der neue Mann direkt angeschlagen.

Rose über Job bei RB Leipzig: „Herausragend, wenn du in deiner Heimat den Job ausüben kannst”

Bisher ist zudem völlig unklar, ob Rose überhaupt bei RB Leipzig beginnen will. Noch 2019 hatte er im Interview mit der Mitteldeutschen Zeitung gesagt, dass er sich einen Trainerposten bei einem Bundesligisten in seiner Heimatstadt nur bedingt vorstellen könne. „Es geht darum, dass man seine Heimat genießen will. Wenn ich in Leipzig ankomme, möchte ich in Ruhe was essen gehen, in Ruhe an einen See fahren”, erklärte er. „Ich möchte, dass meine Tochter zur Schule gehen kann, ohne dass es Thema ist, ob der Papa am Wochenende gewonnen oder verloren hat.” Gedanken, die sich der Ex-Profi des VFB Leipzig, von Hannover 96 und Mainz 05 auch aktuell machen dürfte. Bereits damals ließ sich Rose ein Hintertürchen für die Zukunft offen: „Auf der anderen Seite wäre es natürlich herausragend, wenn du in deiner Heimat, wenn du bei deiner Familie bist, den Job ausüben kannst, den du am liebsten machst.”

Rose ist gut befreundet mit seinem früheren Mitspieler Marco Kurth, der bei RB Leipzig Anfang des Jahres als Co-Trainer freigestellt wurde und das Team bestens kennt. Bei RBlive hatte Kurth im Sommer gesagt: „Wir haben Zeit miteinander verbracht, und haben uns gut ausgetauscht. ,Rosi' macht jetzt glaube ich auch erstmal ein bisschen Pause. Eine Zusammenarbeit war bislang kein Thema. Schauen wir mal.”

RB Leipzig hat zwei Optionen als Interimslösung

Zweitens: RB Leipzig muss sich kurzfristig mit Fußballlehrern aus dem eigenen Stall behelfen, bis Rose & Co. in der Länderspielpause im September einsteigen. Befähigt dazu sind  U19-Trainer Daniel Meyer und U17-Coach Robin Peter, der 2021 seinen Abschluss mit 1,3 gemacht hat. Doch ob das auf dem Niveau unerfahrene Duo die nötigen Impulse setzen kann, um dem Team gegen drei Top-Gegner wieder Sicherheit und Kreativität zu verleihen, ist fraglich.

Drittens: Der Klub verpflichtet zunächst bis Saisonende einen Überraschungskandidaten wie den Ex-Hoffenheimer Sebastian Hoeneß oder den gerade beim FC Chelsea entlassenen Zsolt Löw, falls Rose noch nicht wieder ins Geschäft einsteigen will. Ralf Rangnick steht übrigens als aktueller österreichischer Nationaltrainer und nach seinem geräuschvollen Abschied in Leipzig nicht zur Verfügung.