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Kommentar zur Trainerdebatte Zweifel an Werner konterkarieren das Red-Bull-Versprechen

Angeblich gibt es Zweifel bei Red Bull, mit RB Leipzigs Trainer Ole Werner zusammenzuarbeiten. Das wirft kein gutes Licht auf das Red-Bull-Konstrukt.

Von Ullrich Kroemer 29.05.2026, 15:19
RBlive-Reporter Ulli Kroemer.
RBlive-Reporter Ulli Kroemer. (Foto: imago/RBlive)

Leipzig – Die angeblichen Zweifel an einer Vertragsverlängerung mit RB Leipzigs Trainer Ole Werner, die laut einem Sky-Bericht bei Investor und Hauptsponsor Red Bull vorherrschen sollen, werfen in vielerlei Hinsicht kein gutes Licht auf den Red-Bull-Fußball und enthalten jede Menge Zündstoff. 

Lesen Sie hier: Kommentar zur Rückkehr in die Champions League – Vorsicht vor Hybris

Natürlich gibt es spielerisches Verbesserungspotenzial, wie Werner mit Blick auf die steigenden Anforderungen in der Champions League selbstkritisch angemerkt hat. Doch generell hat der 38-Jährige in der vergangenen Saison einen untadeligen Job gemacht, Ergebnisse gebracht, als es nötig war und eine vielversprechende spielerische Entwicklung mit zahlreichen jungen Spielern im Kader angestoßen. Die Balance stimmt bei Werner.

Realitätsverlust bei Red Bull?

Bisher galt bei RB Leipzig: Leistung wird belohnt. Wer nun nach Platz sieben im Vorjahr mehr als die Rückkehr in die Champions League erwartet hatte, leidet an Größenwahn und Realitätsverlust. Öffentlich Zweifel daran zu säen, ob Werner auch in der „Königsklasse” das nötige Know-how und Profil hat und die nachweisliche Entwicklung infrage zu stellen, schwächt dessen Position und konterkariert geradezu das RB-Aufstiegsversprechen. Vom Tatort-Nachtwächter zum Champions-League-Trainer ...

RB Leipzig steht für Entwicklung auf höchstem Niveau. Ole Werner hat sich die Chance, künftig in der Champions League am Seitenrand stehen zu dürfen, selbst erarbeitet. Wie wollte man da argumentieren, dass Werner nun plötzlich nicht die Chance erhält, seine alles in allem überzeugende Arbeit auch international unter Beweis stellen zu dürfen?

Doch die Gerüchte betreffen nicht nur Werner selbst, sondern beleuchten vielmehr auch die Gefahren des Konstrukts des Red-Bull-Fußballreichs. Im Klub selbst sind sie grundsätzlich hochzufrieden mit Werners Arbeit, auch wenn aktuell rund um beginnende Vertragsgespräche eine gründliche Analyse stattfindet, in denen fußballerisch eine Steigerung eingefordert wird – vor allem hinsichtlich der Defensivstabilität, des Pressingverhaltens und der Resistenz in Druckphasen der Gegner. Sportchef Marcel Schäfer, so heißt es, wolle mit Werner verlängern.

Zündstoff auch für die Personalien Schäfer und Klopp

Wenn diese strategischen Entscheidungen dann aus der Konzernspitze und/oder dem Team Global Soccer, das alle Fußballklubs des Multiclub-Konstrukts lenkt, infrage gestellt oder gar einkassiert würden, untergrübe das die Autorität und Entscheidungsgewalt derer, die vor Ort in Leipzig tagtäglich mit Werner zusammenarbeiten. Das birgt auch Zündstoff für die Personalien Schäfer und auch Jürgen Klopp, der Werner überhaupt erst bei RB ins Gespräch gebracht hat. Entscheidungen sollen vor Ort in den Klubs durch die Vereine getroffen werden, nicht in den Büros der Investoren, so sieht es die Idee der 50+1-Regel vor.

Bei RB sind sie übrigens ebenfalls überrascht von angeblichen Zweifeln. Aus dem Klub heißt es, dass es keinen Dissens zwischen Red Bull und RB gebe, sondern Austausch. Das Team Global Soccer hat aktuell keinen Sprecher und mochte sich nicht äußern, obwohl ein Satz von Oliver Mintzlaff oder Jürgen Klopp die Lage sofort entschärfen könnten. 

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