Lange To-do-Liste in der Länderspiel-Pause

„Ins Risiko gehen”: Wo Rose jetzt bei RB Leipzig ansetzt

Von Ullrich Kroemer 19.09.2022, 14:25
Eins, zwei, drei: Marco Roses To-do-Liste bei RB Leipzig umfasst mehr als drei Punkte.
Eins, zwei, drei: Marco Roses To-do-Liste bei RB Leipzig umfasst mehr als drei Punkte. (imago/Laci Perenyi)

Die 0:3 (0:2)-Niederlage bei Borussia Mönchengladbach schmerzte RB Leipzig auf vielerlei Ebenen. Doch für Marco Rose hätten die ersten anderthalb Wochen als Trainer bei Rasenballsport aufschlussreicher nicht sein können. „Wir haben die gesamte Bandbreite in den vergangenen zehn Tagen zu sehen bekommen”, sagte er am Montag bei einer Medienrunde am Cottaweg. Nach einer leidenschaftlichen Demonstration von Pressingfußball gegen den BVB und der lange präsenten Leistung bei Real Madrid bot die Partie in Gladbach genügend Stoff für die Fehleranalyse in ganz vielen Bereichen.

„Das war zu wenig Energie, mit zu vielen Fehlen, falschen Entscheidungen und zu wenig Klarheit im letzten Drittel”, präzisierte der 46-Jährige. Die To-do-Liste in der Länderspielpause ist lang: „Klare Abläufe gegen den Ball, viele klarere Abläufe mit dem Ball, Positionierung, Torgefahr, Präzision und Überzeugung im letzten Drittel”, nannte der gebürtige Leipziger als Stichpunkte.

Rose über den Teamgeist: „Gar nicht überlegen, welchen Meter du machst”

Auch auf die Kritik von Yussuf Poulsen, der moniert hatte, dass sich die Spieler gegenseitig im Stich ließen, weil sich einer auf den anderen verlasse, ging der Coach ein. „Es ist gut, dass die Jungs das spüren und erkennen. Wenn du als Team erfolgreich sein willst, musst du dementsprechend agieren. Jeder einzelne, in Gruppen, du musst füreinander da sein, jeden Meter füreinander machen und du darfst dabei gar nicht überlegen, welchen Meter du machst”. appellierte Rose. „Wir haben es erkannt und angesprochen und jetzt müssen wir die richtigen Schlüsse daraus ziehen. Das funktioniert nicht, indem wir darüber reden, sondern es geht um Handeln und Anpacken.”

Rose fordert: „Konsequenter und klarer werden”

Ein Hauptaspekt in den wenigen Trainingseinheiten der kommenden Wochen wird es sein, das Offensivspiel zu strukturieren und die Stürmer in mehr Abschlusspositionen zu bekommen. Gegen tiefstehende und aggressiv verteidigende Mannschaften agieren die Leipziger oft zu umständlich. „Wir müssen die Jungs in die richtigen Positionen bringen und sie bedienen. Aber es gehört mehr dazu: Bevor ein Stürmer Tore schießt, muss er erst Meter gegen den Ball machen und dann mit dem Ball, um in gute Positionen zu kommen”, erklärte Rose. Timo Werner, Christopher Nkunku, André Silva & Co. müssten lernen, „ins Risiko gehen, sie müssen Abschlüsse suchen. Wir müssen wieder konsequenter und klarer werden.”

Viele Inhalte, für deren Training erstes wenig Zeit zur Verfügung steht, weil RB nach der Länderspielpause sechs englische Wochen in Serie mit 13 Spielen erwarten. Und zweitens fehlt wichtiges Personal wie Konrad Laimer, der sich einer Operation unterziehen muss und in diesem Jahr nicht mehr zum Einsatz kommen wird. „Wir brauchen Ergebnisse, das ist das Allerwichtigste”, sagte Rose. „Bis zur Winterpause so viele Punkte wie möglich holen, in der Champions League in die Gruppe reinfinden und im Pokal weiterkommen”, lauten die anspruchsvollen Ziele bis 13. November.

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