RB Leipzig

Nach Anti-RB-Bannern: Borussia entschuldigt sich – Personalienfeststellungen und Stadionverweise als Reaktion

Von (RBlive) 21.04.2019, 13:45
Anti-Rangnick-Plakat in Mönchengladbach.
Anti-Rangnick-Plakat in Mönchengladbach. Imago/Eibner

Beim Spiel von RB Leipzig gegen Borussia Mönchengladbach zeigten Teile der Heimfans eine Reihe von Protest-Bannern in Bezug auf das Geschäftsmodell der Sachsen. Darunter war auch eines gegen RB-Coach Ralf Rangnick („Trotz Burnout und null Akzeptanz – ein Leben voller Ignoranz – F*** dich Rangnick“).

Rangnick schüttelt über Schmäh-Banner den Kopf

Wie Gladbachs Sprecher Markus Aretz weit nach dem 2:1-Sieg der Leipziger bestätigte, kam es daraufhin zu mehreren Personalienfeststellungen und Stadionverweise. „Wir wollen nicht, dass solche Banner gezeigt werden“, sagte Aretz. „Wie das ins Stadion gekommen ist, kann ich nicht sagen. Ich kann nur sagen, dass es diverse Festnahmen durch unseren Ordnungsdienst und unsere Polizei gegeben hat.“

Rangnick selbst schüttelte über die Geschmacklosigkeit vieler der Anti-RB-Plakate nur den Kopf. „Ich habe mir nicht die Mühe gemacht, alle zu lesen. Aber beim einen oder anderen frage ich mich schon, wie solche Banner überhaupt ins Stadion reinkommen. Mit Verlaub, das verstehe ich nicht“, sagte der 60-Jährige.

Hecking positioniert sich klar

„Diese Leute wird es auch nicht interessieren, dass ich zwischen meinem sechsten und 18. Lebensjahr in Gladbach-Bettwäsche geschlafen habe“, fügte er hinzu. „Ich bin als kleiner Junge mit Mönchengladbach-Fahne und Kappe ins Neckarstadion gefahren, das war meinen Eltern nicht immer so wohl.“ Rangnick war im September 2011 wegen Erschöpfung als Schalke-Trainer zurückgetreten.

Auch die Borussia reagierte mit Unverständnis. „Das ist unsere Gesellschaft. Der Respekt wird weniger. Bei denen, die so etwas schreiben, muss man fragen, ob die einen IQ von minus Null haben“, sagte Trainer Dieter Hecking: „Wenn man ins Persönliche geht, habe ich null Verständnis. Da kann man sich nur bei Ralf entschuldigen. Wenn sowas im Stadion gezeigt wird, das ist unsäglich. Aber wir können noch so viel erzählen, zur Einsicht werden diese Leute nicht kommen.“

Etwas weniger deutlich positionierte sich Gladbachs Sportdirektor Max Eberl, der meinte: „Meinungsfreiheit ist das eine. Aber so etwas gehört sich nicht. Wenn Menschen krank sind, darf das nicht Grund einer Verunglimpfung sein. Man kann zu RB stehen, wie man will. Aber die Personen haben damit nichts zu tun.“

Borussia Mönchengladbach distanziert sich offiziell von den Bannern

„Borussia distanziert sich ausdrücklich von dem Teil dieser Banner, die persönlich beleidigenden Inhalts gegen einzelne Personen waren, und entschuldigt sich dafür ausdrücklich bei RB Leipzig und dem Gästetrainer“, teilt Mönchengladbach einen Tag nach dem Spiel in einer Stellungnahme mit. Auch Banner, die die Polzei diffamierten, gehörten zu den Inhalten, von denen sich der Klub distanzierte.

„Das Aufhängen weiterer beleidigender Spruchbänder wurde durch Borussias Ordnungsdienst verhindert, dabei wurden mehrere Personen festgehalten, von der Polizei wurden die Personalien festgestellt und die Personen erhielten ein Tagesstadionverbot“, erklärte der Verein weiter die Vorgänge im Stadion, die am Vorabend noch fälschlicherweise als „Festnahmen“ bezeichnet worden waren. Polizei und Staatsanwaltschaft prüfen die Spruchbänder nun auf „den Straftatbestand der Beleidigung“.