RB LeipzigOffenbarung im Wachkoma: So haben wir die Spieler von RB Leipzig nach dem 1:1 in Freiburg bewertet

Von Martin Henkel 17.10.2021, 09:51
Der zweite Auswärtspunkt: Kein Grund zur Freude für Kevin Kampl und Lukas Klostermann
Der zweite Auswärtspunkt: Kein Grund zur Freude für Kevin Kampl und Lukas Klostermann imago images/Picture Point LE

So haben wir die Spieler von RB Leipzig beim 1:1 (1:0) in Freiburg gesehen.

Peter Gulacsi: Hielt, was zu halten war. Parierte einmal stark gegen einen Kopfball von Höler (81.) und riss bei dessen Pfostenschuss kurz vor der Pause gedankenschnell die Handschuhe hoch, sodass der Ball übers Tor sprang.. Note: 2.

Lukas Klostermann: Keine großen Ausschläge beim deutschen Nationalspieler. Verteidigte solide, machte nix Verrücktes im Spiel nach vorn. War aber nicht nah genug an Grifo dran, als der zum 1:1 auf Jeong flankte. Note: 3,5.

Willi Orban: Machte selber keine großen Fehler, aber als Abwehrchef gehen die Ausfälle seiner Nebenleute ein Stück weit auch auf seine Kappe. Ist sehr ruhig, fast stoisch, vielleicht bräuchten Simakan oder Gvardiol aber noch mehr Führung, auch mal stimmlich. Hatte eine Torchance, sein Kopfball ging aber vorbei (76.). Note: 3.

Mohamed Simakan: Zehn Fehlpässe und eine Zweikampfquote von 50 Prozent erzählen von der Qualität des Auftritts Simakans im Breisgau. Kann das Niveau des Kaders gerade nicht ganz halten. Ist eher ein Unruhefaktor in der Abwehr. Note: 3,5. 

Josko Gvardiol: Spielte bis zur Pause ordentlich. War stabil hinten, ließ sich ab und an mal vorne blicken, auch wenn nichts Gefährliches dabei heraussprang. War vor dem 1:1 wohl aber ins Wachkoma gefallen, denn er ließ den kleinen Jeong völlig ungedeckt, was dieser zu einem Kofball zum 1:1 nutzte. Wurde später durch Angelino ersetzt. Note: 3,5. 

Amadou Haidara: War zwar auf dem Platz, aber so richtig spüren konnte man davon nichts. War weder ein Ausfall, noch eine Offenbarung. Zu viel Durchschnitt aber für die wichtige Rolle zentral vor der Abwehr. Seine Powerläufe hätten RB vor allem nach der Pause gut getan. Note: 3.  

Kevin Kampl: War darum bemüht, den Laden hinten dicht zu halten und nach vorn das Spiel anzutreiben. Konnte aber auch nicht verhindern, dass seine Kompagnons nach der Pause träge wurden. Fluchte einmal laut, dass niemand in Räume sprintet, um vielleicht sein Zuspiel zu bekommen. Ein Schuss war sein Beitrag zu den eher mauen Versuchen in Halbzeit zwei, die Partie zu gewinnen. Note: 3.

Christopher Nkunku: Zog das Foul vor dem 1:0 vom Strafstoßpunkt durch Emil Forsberg. Eine Flanke von ihm tanzte auf der Querstange. Mehr Ertrag seiner Künste gab es aber nicht. Verschwendete seine Fertigkeiten an diesem Nachmittag etwas über Gebühr. Note: 3.

Dominik Szoboszlai: Ist ein feiner Fußballer, aber für den schnellen Umschaltfußball, den Marsch sich wünscht, wirkt er aktuell zu langsam und noch nicht zu 100 Prozent fit. Bediente einmal mustergültig Yussuf Poulsen, dessen Schuss geblockt wurde. Und passte einmal Richtung Andre Silva, der das Zuspiel kurz vorm Tor um Zentimeter nur verpasste. Note: 3.

Emil Forsberg: Schwacher Auftritt des Schweden. Wirkte müde, kaputt. Konnte mit der physischen Gangart seiner Gegenspieler nicht so viel anfangen. Spielte ein paar groteske Fehlpässe und wurde nach seinem Treffer zum 1:0 mit einem Pferdekuss am Oberschenkel ausgewechselt.. Note: 3,5.

Yussuf Poulsen: Im Spiel gegen Bochum hatte er noch reihenweise Chancen liegenlassen. Diesmal kam er gar nicht so weit. War nahezu ohne Anbindung ans Spiel, ein Torschuss in der ersten Hälfte wurde geblockt. Tauchte nach der Pause völlig ab. War beim Anlaufen vorn kein Ass, konnte nur wenige Bälle festmachen und verteilen. Hatte nur 51 Ballkontakte und eine Zweikampfquote von 26 Prozent. Note: 4.

Andre Silva (67.): Hatte noch elf Ballkontakte. Eine Torchance sprang dabei nicht heraus. Rutschte einmal knapp an einer Hereingabe von Szoboszlai vorbei. Note: 3.

* Wir bewerten nur Spieler, die vor der 70. Minute zum Einsatz kamen.

(RBlive/hen)