RB Leipzig

Ralf Rangnick kritisiert Forsberg- und Keita-Umfeld

27.07.2017, 11:23
Sportdirektor bei RB Leipzig: Ralf Rangnick
Sportdirektor bei RB Leipzig: Ralf Rangnick imago/Christian Schroedter

Ralf Rangnick hat sich kritisch zum Umfeld von Naby Keita und Emil Forsberg geäußert. Den Spielern werfe er nichts vor erklärte er beim Internationalen Trainerkongress in Bochum. Vielmehr sind es Entscheidungsstrukturen in deren Umfeld, die das Problem darstellen.

Ralf Rangnick sieht Problem bei Beratern und Familie der Spieler

„Es braucht jemand, der sie einnordet. Die Jungs selber sind gar nicht das Problem. Das Problem ist das Umfeld, das ganze Dorf in Guinea oder irgendwelche Leute im Umfeld, die den Spielern erklären, warum sie das jetzt gleich machen müssen“, so der Sportdirektor von RB Leipzig laut einer Agenturmeldung.

In den letzten Wochen war immer wieder über einen Wechsel von Emil Forsberg oder Naby Keita spekuliert worden. Dabei hatte RB Leipzig immer betont, dass man in diesem Sommer keinen Stammspieler abgeben wird.

Immer wieder Gerüchte um Forsberg und Keita

Forsberg-Berater Hasan Cetinkaya hatte dem Verein daraufhin vorgeworfen, dass RB die Träume seines Klienten zerstöre. Emil Forsberg betonte heute im Kicker, dass er das nicht mehr kommentieren möchte, er keinen Redebedarf hat und es aktuell nur darum gehe, dass er und RB Leipzig zur kommenden Saison noch besser werden als in der Vorsaison.

Naby Keita hatte während der Sommerpause klare Bekenntnisse zu RB Leipzig vermieden. Vor allem der FC Liverpool galt zuletzt als sehr interessiert an einer Verpflichtung. Bis zu 80 Millionen Euro Ablöse standen im Raum, die von RB abgelehnt wurden. Auch Manchester City soll Interesse haben.

Ralf Rangnick geht derweil weiter davon aus, dass beide Akteure auch kommende Saison in Leipzig spielen. „Beides sind außergewöhnliche Spieler. Auch in unserer Mannschaft sind sie Unterschiedsmacher“, betont er noch einmal deren enorme Wichtigkeit für das Team.

Ralf Rangnick erklärt Vereinsphilosophie

In Bochum sprach Ralf Rangnick aber nicht nur über Spieler und ihre Berater und Familien, sondern auch über seine Philosophie. Laut Handelsblatt stellte er in einem Vortrag die zentralen Leitlinien im Verein vor. Dabei erklärte er auch, warum man vornehmlich auf junge Spieler setzt und warum man erst ältere Spieler Autos mit mehr PS fahren dürfen.

Zudem zeigt er auf, wie sich die Marktwerte seiner Spieler verändert haben. Der Wert von Forsberg sei beispielsweise von 700.000 auf 22 Millionen gestiegen. Das bedeute allerdings nicht, dass es beim Spielerentwickeln ums Geldverdienen geht. „Grundsätzlich haben wir nicht vor, Spieler zu verkaufen. Aber wenn wir sie gehen lassen müssen, wären wir ja nicht g’scheit, wenn es dann auch nicht ordentlich Geld gäbe“, weiß Leipzigs Sportdirektor aber um die auch wirtschaftliche Dimension.

Videobeweis ist „überfällig“

Auch zum Videobeweis äußerte sich Ralf Rangnick in Bochum. „Überfällig“ sei die Einführung seiner Meinung nach, berichtet der Kicker. Schon zu seiner Hoffenheimer Zeit „habe ich nach einem nicht-gegebenen Tor von uns im Spiel gegen die Bayern zu Louis van Gaal gesagt, dass wir die Einführung des Videobeweises oder auch der Torkamera in unserer aktiven Trainerzeit wohl nicht mehr erleben würden. Dass wir das aber bräuchten.“

Nun bekommt Rangnick die technische Neuerung. Zwar nicht mehr als Trainer, aber immerhin noch als Sportdirektor. Ab der kommenden Spielzeit werden in der Bundesliga strittige Entscheidungen von einem Videoassistenten untersucht. Der Schiedsrichter kann dann der Empfehlung des Assistenten bei Entscheidungen rund um Tore oder rote Karte folgen und seine Entscheidungen verändern.