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RB-Legende Marcel Halstenberg exklusiv „Als würde ein Bann brechen”

Marcel Halstenberg hat bei RB Leipzig acht Jahre lang eine Ära geprägt. Zum zehnten Jahrestag des Aufstiegs von 2016 erinnert er sich im Interview an diesen besonderen Moment und seine Zeit bei RB.

Von Ullrich Kroemer, Martin Henkel 09.05.2026, 05:00
In diesem Moment war es Gewissheit: RB ist Bundesligist.
In diesem Moment war es Gewissheit: RB ist Bundesligist. (Foto: imago/Picture Point LE)

Leipzig – Von wegen, RB hat keine Tradition! Zehn Jahre ist es bereits her, dass der Klub am 8. Mai 2016 in die Bundesliga aufstieg. Rund um das entscheidende Match um die Champions-League-Qualifikation gegen den FC St. Pauli (15.30 Uhr) treffen sich die Aufstiegshelden samt Trainer Ralf Rangnick zum gemeinsamen Brunch, Geschäftsstellenführung, Fußballgucken im Stadion, Abendessen und Clubbesuch.

Lesen Sie hier: Das machen die Aufstiegshelden heute – Teil 1, Teil 2 und Teil 3

Marcel Halstenberg, der damals den Aufstieg per Freistoßtor besiegelte, erinnert sich im Gespräch mit den MZ-Reportern Martin Henkel und Ullrich Kroemer an die Party von einst, die besondere Atmosphäre in dieser legendären Mannschaft und spricht über seine alte, neue Fußball-Leidenschaft in der Kreisliga A.

Herr Halstenberg, heute vor zehn Jahren, am 9. Mai, wo waren Sie da?
Marcel Halstenberg: (lacht) Vermutlich im Bett.

Weil Sie spät ins Bett sind?
Richtig. Gegen fünf Uhr morgens, wenn ich mich richtig erinnere.

Sie waren mit Ihren Kameraden von RB Leipzig am Vortag in die Bundesliga aufgestiegen. Zehn Jahre ist das jetzt her. Wie präsent ist der entscheidende 2:0-Heimsieg gegen den Karlsruher SC noch?
Sehr präsent. Ich hatte ja das 2:0 geschossen. Ein Freistoß von rechten Seite: Ich ziehe ihn relativ lang, eigentlich zu lang und hatte schon abgeschaltet. Der Torwart (René Vollath, Anm.d.Red.) springt hoch, ich dachte: Den fängt er jetzt. Und dann rutscht er ihm hinten so rein. Damit war sicher: Das haben wir gezogen. Ich lief zur Eckfahne, habe gejubelt, dann kamen die Mitspieler und Trainer. Eine richtig schöne Jubelversammlung.

War eigentlich Druck auf der Partie? Immerhin waren die Erwartungen hoch, und es war der erste Aufstieg eines Red-Bull-Teams in die Bundesliga.
Schon. Wir hatten zwar vielleicht den besten Kader, aber durch die 2. Liga spaziert man nicht einfach so durch. Gleichzeitig wussten wir natürlich, was wir draufhaben.

Lesen Sie hier: Aufstiegshelden von 2016 – Zwei Teammitglieder von damals sind bereits verstorben

„Man macht sich Gedanken, was der nächste Schritt Bundesliga für einen bedeutet”

Spieler aus Eis?
Eis nicht, aber wir wussten damals, es ist nur eine Frage der Zeit. Wir hatten einen Begriff davon, welche Qualität wir haben. Klar macht man sich Gedanken, was der nächste Schritt Bundesliga auch für einen selbst bedeutet: die Gegner, die nächste Saison, auch gehaltstechnisch. Aber nervös war ich nicht. Ich bin eher jemand, der sich auf seine eigenen Stärken konzentriert. Einfach ins Spiel reingeht und sagt: Heute ist es so weit. So habe ich das auch bei den anderen wahrgenommen. Die waren alle auf ihre Art konzentriert.

Fans, Zuschauer, die Stadt: Alle wirkten wie betrunken nach dem Aufstieg. Wie erinnern Sie sich inmitten der Euphorie-Explosion?
Es war wirklich extrem und besonders. Als würde ein Damm brechen. Das ging schon auf dem Platz los, weiter in der Kabine, dann auf dem offenen Bus durch die Stadt.

Wie muss man sich Marcel Halstenberg in solchen Momenten vorstellen? Mit Champagner, Bier, Zigarre?
(lacht) Ich bin eher der Cocktailtrinker. Ich glaube, wir haben in der Kabine mit Bier angestoßen. Die anderen Getränke kamen später im Club, in dem wir gefeiert haben.

Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz kam nach dem Spiel in die Kabine, die vom Zigarrenrauch vernebelt war. Waren Sie daran beteiligt?
Unser Keeper Fabio Coltorti hatte die Zigarren in die Kabine geschmuggelt. Wir haben sie auch im Entmüdungsbecken geraucht, meine ich.

Rangnicks Ausrutscher: „Davie kannte keine Gnade”

Und nebenan lag Trainer Ralf Rangnick auf der Behandlungsliege, weil er sich beim Feiern einen Muskel gerissen hatte.
Oh ja, und das ja nicht mal nur auf eigene Verantwortung. Davie Selke hatte ihn gejagt, weil er Bier über dem Coach auskippen wollte. Ralf wollte noch einen Links-Rechts-Haken schlagen, rutschte aus, fiel – und Davie kannte keine Gnade. Das war das absolute Highlight. Wenn wir uns sehen, werden wir über diese Situation auf jeden Fall noch einmal sprechen und bestimmt gemeinsam darüber lachen. Das war schon heftig.

Sie haben dann in einem Club in der Innenstadt gefeiert. Sie mit vorn dabei?
(lacht) Andere. Davie, Sabi (Marcel Sabitzer, Anm. Red.), Terrence (Boyd, Anm. Red), die waren in einer eigenen Liga unterwegs. Diego Demme auch – und Yussi natürlich (Poulsen, Anm. Red.), der war ganz oben dabei.

Viele von Ihnen waren damals sehr jung, standen am Anfang Ihrer Karrieren. Der Kabinenspirit war legendär. Wie erinnern sie den Zusammenhalt?
Das war schon extrem. Damals wurde die Basis gelegt für die vielen Jahre danach, die wir in Leipzig zusammengespielt haben. Das sieht man schon daran, dass mit Pete (Gulacsi, Anm. Reed), Willi (Orban, Anm. Red) und Klosti (Lukas Klostermann, Anm. Red) immer noch drei von uns im aktuellen Team sind. Die Chemie war ziemlich cool. Ich war immer sehr lange im Trainingszentrum und hab mit den anderen Karten oder Brettspiele gespielt. Wir haben uns alle extrem wohlgefühlt.

Wird beim Wiedersehen wieder gezockt?

Die Brettspielgang mit Ihnen, Fabio Coltorti, Dominik Kaiser, Stefan Ilsanker, Yussuf Poulsen war legendär.
Egal, wo wir waren: auf Auswärtsfahrt, im Hotel, vor dem Heimspiel, unter der Woche haben wir gespielt. Vor allem Siedler von Catan war sehr präsent in unserer Gruppe. Darüber wird beim Treffen auf jeden Fall viel diskutiert, wenn nicht sogar das Spiel rausgeholt und gezockt.

Ralf Rangnick hatte vor der Saison bekniet werden müssen, neben seinem Job als Sportdirektor auch wieder als Trainer einzusteigen. Wir haben Sie ihn damals wahrgenommen?
Ich kannte ihn ja nur als Sportchef. Er hatte mich nach Leipzig geholt. Anfangs war ich skeptisch, aber bei dem Treffen mit Ralf, bei dem er mir den Plan aufgezeigt hatte, was bei RB passieren würde, habe ich nach fünf Minuten gedacht: Okay, wo muss ich unterschreiben? Ralf ist besonders, das war auch als Trainer zu spüren. Geplant war es ja anfangs nicht, dass er am Spielfeldrand steht und alles übernimmt, aber das ist halt ein besonderer Typ. Er weiß einfach, wie er mit Menschen umzugehen hat. Das war natürlich überragend, ihn dann auch als Trainer zu erleben.

Vor drei Jahren haben Sie noch Champions League gespielt. Ist auch ein wenig Wehmut dabei, wenn Sie an diese Zeit zurückdenken?
Es war eine intensive und schöne, aber auch schwierige Zeit, diese acht Jahre, wenn ich bedenke, was mir privat passiert ist (Tod beider Eltern innerhalb weniger Monate, Anm.d.Red.). Da war alles dabei, alles. Wenn ich zurückblicke, vermisse ich die Mitspieler und Mitarbeiter, diese Top-Bedingungen am Cottaweg mit diesen perfekten Rasenplätzen, auch die Stadt. Gar nicht so sehr die Spiele im großen Stadion, vielmehr das Leben in Leipzig und Freunde.

Bei Real Madrid ins Bernabéu einzulaufen, hinterlässt das keine bleibenden Spuren?
Da saß ich leider nur auf der Bank. (lacht) Klar, das sind schöne Erinnerungen, eine tolle Vergangenheit. Aber wenn mir das so wichtig wäre, würde ich jetzt nicht in der Kreisliga kicken.

Kicken mit den Kumpels statt Champions League

Ist das nicht Wettbewerbsverzerrung, wenn Sie als noch immer fitter Ex-Nationalspieler da mitmischen?
Nee, die Gegner wollen alle gegen meine Mannschaft spielen, das merkst du schon. Viele haben vor dem Wechsel zu den Alten Herren auch nochmal eine Saison drangehängt und gesagt: Ich will gegen Grasdorf, gegen Halste spielen. Die Resonanz ist sehr positiv, das Miteinander sehr respektvoll von beiden Seiten. Das macht einfach Spaß, ich laufe da vorne rum mit meinen Kumpels und schieße ein paar Tore.

Sie spielen Stürmer?
Ja klar, ich spiele auf der Zehn, laufe aber auch auf der Neun rum. 19 Spiele, glaube ich und 27 Scorer. Das hört sich alles so einfach an, so ist es aber nicht. Ich habe auch gute Jungs, gute Mitspieler um mich herum. Deshalb spielen wir ja auch um den Aufstieg.

Spielen Sie wieder mit Ihren Mitspielern von früher zusammen?
Einer meiner besten Kumpels hat mich überredet, dass ich mir das nochmal antue. Wir haben über die Jahre immer mal wieder darüber geredet und ich habe versprochen, wenn ich aufhöre, dann spiele ich auf jeden Fall mit euch. Es sind viele Mitspieler dabei, die ich noch von damals aus der Schule kenne. Früher kannte man sich, jetzt sind es halt Freunde, jetzt spielt man zusammen und das macht auch richtig Bock. Schön entspannt, kein Training in der Woche, dann kicken wir zusammen und Familie und Freunde kommen vorbei.

Wie sehr fühlen Sie sich noch mit RB verbunden?
Wenn es zeitlich passt, schaue ich mir die Spiele an. Wenn sie 15.30 Uhr spielen, schaue ich aber Konferenz (lacht). So viele Spieler sind es gar nicht mehr, mit denen ich noch gespielt habe. Mit Baba (Teammanager Babacar N’Diaye, Anm.d.Red.) als altem Hannoveraner habe ich immer noch Kontakt.

„Team wieder ohne krasse Egos”

Wie bewerten Sie die Trendwende, die RB in dieser Saison geschafft hat?
Was Yan Diamonde da veranstaltet, ist außergewöhnlich. Da hat RB wieder gezeigt, dass sie den richtigen Riecher haben. Das Team wirkt wieder entspannt, ohne krasse Egos. Anders als vergangene Saison, was ich da über Xavi Simons und Lois Openda gehört habe. Das ist dann natürlich schwierig. RB hat gut aussortiert, gute Jungs dazugeholt und spielt wieder gut Fußball. Das ist gerade eine außergewöhnliche Mannschaft, die sich wieder gefunden hat.

Was steht aktuell bei Ihnen an?
Ich habe ja gesagt, wenn ich mit dem Profifußball aufhöre, mache ich das Kapitel Profifußball erstmal für die nächsten Jahre zu. Ich bin froh, raus zu sein und freue mich auf das, was jetzt alles kommt. Wir sanieren jetzt mit der ganzen Familie noch den Rest unseres Hofes, da ist immer was zu tun. Ich nehme mir viel Zeit für meine Tochter, meine Frau und Freunde. Auch die Icon League macht mir viel Spaß. Ich will viel nachholen und das Leben in meiner Heimat genießen.

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