RB Leipzig

Sabitzer dirigiert, Nkunku spielt die erste Geige: Die Spieler von RB Leipzig in der Einzelkritik gegen Werder Bremen

Von Martin Henkel, Ullrich Kroemer 11.04.2021, 10:19
Leipzigs Violinist: Christopher Nkunku.
Leipzigs Violinist: Christopher Nkunku. imago images/Picture Point LE

So haben wir die Spieler von RB Leipzig beim 4:1 (3:0) in Bremen gesehen:

Peter Gulacsi: Bekam zwei Schüsse aufs Tor, von denen einer der Elfmeter zum zwischenzeitlichen 1:3 war. Spielte gut mit, wenn es verlangt war, leistete sich allerdings einen Ballverlust außerhalb des Sechzehn-Meterraumes und eilte dann rasch zurück, doch Bremen bestrafte den kurzen Aussetzer nicht. Note: 2,5.

Tyler Adams: Gute erste Hälfte, in der er die Hybridposition zwischen Rechtsverteidiger in der Viererkette im Rückwärtsgang und Joker auf Rechtsaußen bei eigenem Ballbesitz gut interpretierte. Nicht umsonst fielen zwei der drei Tore in der ersten Hälfte über die rechte Seite. Leitete das 2:0 mit einem schönen Schnittstellenball für Christopher Nkunku hervorragend ein. Blieb dann zur Pause mit einer Rückenprellung vorsichtshalber in der Kabine. Note: 2,5.

Willi Orban: Jetzt gibt er auch noch Vorlagen. Willi Orban hatte in der ersten Hälfte gegen Bremen defensiv so wenig zu tun, dass er sich über Rechts mit nach vorn einschalten konnte, für Überzahl in der roten Zone sorgte und Alexander Sörloth das 3:0 auflegte. Defensiv war er nicht wirklich gefordert, verlor aber ungewöhnlich viele Zweikämpfe (8/11). Note: 2,5.

Ibrahima Konaté: Tolles Comeback des lange verletzten Innenverteidigers, der den gesperrten Dayot Upamecano hervorragend und mit viel Konzentration, Ruhe und Übersicht vertrat. Zog mit dem Ball am Fuß immer wieder auch Dribblings an, hatte die meisten Ballkontakte im Team (103) und gewann 81 Prozent (!) seiner Zweikämpfe. Für diese gelungene Rückkehr gab es ein Extralob des Trainers. Note: 2.

Marcel Halstenberg: Hatte nach seinem Corona-Malheur im DFB-Team 14 Tagen in Quarantäne verbringen müssen, kaum trainieren können und war nun in Bremen mit einem defensiv stabilen Auftritt zur Stelle. Ausflüge nach vorn: Fehlanzeige. Note: 3.

Kevin Kampl: Perfekter als es der älteste Feldspieler der Leipziger tat, kann man einen Angriff nicht lenken. Gab auch sonst den Takt im Spielaufbau vor und verhalf RB zu viel Stabilität. Für den von ihm verursachten Handelfmeter kann er wenig, weil der Ball recht scharf von Sabitzer zu ihm prallte. Vielleicht kann der Routinier da noch einen Tick cleverer sein und die Arme im Strafraum hinter dem Körper verbergen. Note: 2,5.

Marcel Sabitzer: Starke Vorstellung auf dem Platz, diesmal auch mit einem Tor. Der Treffer zum 4:1 war sein siebter Saisontreffer und Belohnung für einen exzellenten Auftritt als Sechser vor der Abwehr und Achter im hängenden, offensiven Mittelfeld. War überall zu finden, zeigte Präsenz, viel Wille und führte nach Kapitänsart. Wenn Nkunku die erste Geige spielte, dann war Sabitzer der Dirigent. Einziger kleiner Makel, er spielte Kampl vor dem Elfmetertreffer durch Rashica den Ball an die Hand (60.). Note: 1,5.

Christopher Nkunku: Spielte die Violine im Orchester der Sachsen gegen ruppig zu Werke gehende Bremer vor der Pause. Feine Instrumentenbehandlung, schöne, kleine Soli und einmal mit gezupftem Zuspiel auf Henrichs, der Sabitzer das 4:1 auflegte. An den beiden Treffern zuvor hatte er ebenfalls entscheidenden Anteil, als er Sörloth das 2:0 auflegte und Willi Orban die Vor-Vorlage zum 3:0 servierte. War ruhiger am Ball als sonst, agierte mit mehr Übersicht – eben wie ein erster Geiger im Orchester. Note: 1,5.

Dani Olmo: Viel war nicht zu sehen vom Spanier, der von der Bremer Hintermannschaft eng gedeckt wurde. Einmal aber mit gedankenschnellem und technisch brillantem Doppelpass mit Kevin Kampl, der ihm die Vorlage zurück auf den rechten Fuß spielte. Der frühe Sog. Dosenöffner für RB. Legte einmal dem Bremer Dinkci mit der Brust eine Halbchance auf (21.). Note: 2,5.

Justin Kluivert: Kein tulpiger Frühlingstag für den Niederländer. Hatte nur  23 Ballkontakte und einen Torschuss. Der war immerhin der erste im Spiel, Kluivert setzte ihn ans Außennetz (13.). Danach verschwand der flinke Angreiger zusehends aus dem Fokus seiner Mitspieler. Grund genug für seinen Trainer, ihn nach 60 Minuten vom Feld zu nehmen. Note: 4.

Alexander Sörloth: War in den Anfangsminuten zu nicht viel zu gebrauchen: gewann keinen Kopfball, konnte keine Zuspiele festmachen und bewegte sich wie eingerostet in seiner Sturmspitze. In der 32. Minute zündete der Norweger aber - Tor mit dem Kopf, elf Minuten später Tor mit dem Fuß. Sein erster Doppelpack für RB und der erste Doppelpack der Leipziger in dieser Saison überhaupt. Was mehr will man von einem Stürmer verlangen? Note: 2.

Benjamin Henrichs (46.): Ersetzte den angeschlagenen Tyler Adams in der zweiten Hälfte und hatte seinen ersten längeren Bundesligaeinsatz seit Anfang November 2020. Machte seine Sache als Rechtsverteidiger ordentlich und bereitete das 4:1 für Marcel Sabitzer mit einer präszisen, flachen Hereingabe vor. Zwar attestierte Trainer Nagelsmann dem Leihspieler von der AS Monaco noch Steigerungspotenzial bei der Positionsfindung und im Attackieren, doch das Comeback war ordentlich. Note: 3.

Amadou Haidara (60.): Unauffällige halbe Stunde des Maliers. Hatte keine Aktien im Spiel, leistete sich ein paar Fehlpässe, hatte eine Zweikampfquote von 33 Prozent. Immerhin aber: Er spielte vier Pässe mehr als Kluivert, für den er eingewechselt worden war. Note: 3,5.

(RBlive/hen/ukr)