RB Leipzig

„Unglaublich gut verteidigt gegen die Pfeile”: Vollprofi Orban liefert bei RB Leipzig „extrem ab”

Von Ullrich Kroemer 09.12.2020, 12:24
Auf dem Posten: Willi Orban gegen Paul Pogba.
Auf dem Posten: Willi Orban gegen Paul Pogba. imago/Picture Point LE

Der Dank für Willi Orbans Klasseleistung kam prompt. Nach RB Leipzigs 3:2-Erfolg gegen Manchester United ging Trainer Julian Nagelsmann in die Kabine, umarmte den Innenverteidiger und gratulierte zu einem „außergewöhnlich guten Spiel”.

Orban war für den gelbgesperrten Dayot Upamecano in die Startelf gerückt und verteidigte so abgeklärt, fehlerlos und einsatzfreudig, dass man Upamecano gar nicht vermisste. Seine Schnelligkeits-Nachteile gegen Marcus Rashford, Mason Greenwood & Co. machte Orban durch herausragendes Stellungsspiel und abgezocktes Abwehrverhalten wett.

Nagelsmann über Orban: „Das liebe ich”

„Gegen die Pfeile da vorn in vielen Eins-gegen-Eins-Situationen mit großem Raum hat er das unglaublich gut verteidigt, in der Luft und am Boden stark, gut im Spielaufbau”, schwärmte Nagelsmann. Der Ex-Kapitän verlor nur zwei Zweikämpfe in 94 Minuten und leistete sich keine Patzer. Lediglich bei der ersten Chance von Man United durch Greenwood war Orban mal nicht ganz auf dem Posten. Danach blockte er diverse Bälle, warf sich in jeden Zweikampf, tackelte hart, aber fair.

„Das liebe ich”, sagte Nagelsmann. „Es ist nicht selbstverständlich, dass ein Spieler mit zuletzt wenig Spielzeit ohne viel Rhythmus so eine Leistung abruft. Wer seine Chance so nutzt, ist ein Vollprofi”, attestierte der Trainer. „Willi ist ein ganz feiner Charakter, der sich auch mal hinten anstellt, und wenn er gebraucht wird, dann liefert er extrem ab.”

Orban: „Gegen Ende noch nicht abgezockt”

Orban selbst rühmte mehr die grandiose Offensivleistung seiner Kollegen in der ersten halben Stunde als seine eigene. „Man kann dem Trainerteam, das uns gut vorbereitet hat, nur ein Kompliment machen. Und wir können stolz auf uns sein”, sagte der nicht zum Überschwang neigende ungarische Nationalspieler.

Selbstkritisch und realistisch fügte er hinzu: „Man sieht immer noch, dass wir eine junge Mannschaft sind, dass wir gerade gegen Ende noch nicht abgezockt sind”, analysierte Orban. „Wir machen Schritte, aber das braucht Zeit. Doch wir haben bewiesen, dass wir gegen ganz große Mannschaften schon mithalten können.”

Die erneute Teilnahme unter den 16 besten Teams Europas sei ein „Ausrufezeichen und starkes Signal”. Orban sagte: „Wir haben gezeigt, dass unsere Leistung vergangene Saison keine Eintagsfliege war.” (RBlive/ukr)