RB Leipzig

Ein Wimpernschlag zwischen Party oder Pleite: Die Spieler von RB Leipzig nach dem 3:2 gegen Manchester United in der Einzelkritik

Von Martin Henkel, Ullrich Kroemer 09.12.2020, 10:31
Erster Champions-League-Treffer: Amadou Haidara.
Erster Champions-League-Treffer: Amadou Haidara. imago/Picture Point LE

So haben wir die Spieler von RB Leipzig beim 3:2 (2:0)-Thriller gegen Manchester United gesehen:

Peter Gulacsi: Spektakuläre Partie von Peter Gulacsi, der zahlreiche gefährliche Versuche von Manchester United entschärfte, in der Schlussphase Ruhe ausstrahlte und als Glanztat gegen den Kollegen Nordi Mukiele parierte. Zwischen Pleite und Party lag hier nur ein Wimpernschlag. Bekam dafür ein Extra-Lob des Trainers, kommt bei Torhütern auch nicht so oft vor. Note: 1,5.

Nordi Mukiele: War als Innenverteidiger in der Dreierkette deutlich defensiver als sonst eingebunden und hatte hinten alle Hände voll zu tun. Sein Abpraller nach Flanke von Paul Pogba hätte RB um ein Haar die Achtelfinal-Teilnahme gekostet. Hatte aber eine gute Zweikampfquote und baute das Spiel über die starke rechte Seite anfangs gekonnt mit auf. Note: 2,5.

Ibrahima Konaté: Ohne Dayot Upamecano war dem Youngster die Verantwortung als Abwehrchef und zentraler Innenverteidiger immer mal wieder anzumerken. Hatte jede Menge gegen Rashford und Greenwood zu tun. War beim Elfmeterpfiff schuldlos, stand beim 2:3 durch Pogba unglücklich und verlängerte mit dem Oberschenkel ins Tor. Note: 3.

Willi Orban: Mit über 71 Prozent gewonnen Zweikämpfen (!) überragender Abwehrspieler auf dem Platz. Blockte, grätschte, köpfte, vertzeidigte hellwach und aggressiv (aber nicht übermotiviert) alles weg, was da kam und vertrat Upamecano sicherer, als der Franzose derzeit spielt. Seine Geschwindigkeits-Nachteile fielen nicht ins Gewicht. Hätte um ein Haar sogar noch getroffen. Beste Saisonleistung des Routiniers. Note: 1.

Angeliño: Der „Joker” hat wieder zugestochen. Und wie! Angeliño avancierte als Torschütze und doppelter Torvorbereiter zum Matchwinner für seine Kollegen. War wieder Mal Nagelsmanns Geheimwaffe, ein verkappter Flügelstümer aus einer Fünferkette heraus. Hatte 75 Ballkontakte, drei Torschüsse, der zweite saß, das 1:0 (2.). Haidara servierte er das 2:0, und er leitete das 3:0 durch Kluivert ein. Allerdings, seine Zweikampfquote: Huch!, nur 25 Prozent der Duelle gewonnen. Aber wie sagte Nagelsmann nach Abpfiff so schön? Es gilt, die Stärken eines Spielers zu betonen, nicht seine Schwächen. Note: 1.

Amadou Haidara: Der Balleroberer durfte als Konrad-Laimer-Double als Rechtsaußen, im defensiven Mittelfeld und als Rechtsverteidiger gleichzeitig ran und machte das bravourös. Ist inzwischen richtig im Team angekommen und belohnte sich mit seinem ersten Champions-League-Treffer. Note: 2.

Kevin Kampl: Erhielt wegen seiner Ballsicherheit den Vorzug vor Tyler Adams, trat jedoch in seinen 56 Einsatzminuten nicht vordergründig in Erscheinung, sondern als fleißiger Arbeiter, der mithalf, in der Startphase flüssig zu kombinieren und danach Man United vom RB-Tor fernzuhalten, dabei allerdings nur einen seiner sechs Zwekämpfe gewann. Note: 2,5.

Marcel Sabitzer: Der Kapitän war wichtigster Mann vor und nach Beginn der Abwehrschlacht gegen wütende Briten. Davor orchestrierte er das Freispielen aus dem Gegenpressing der Briten und servierte Angeliño auf den Millimeter genau das 1:0 vor die Füße. Danach hielt er das defensive Zentrum zusammen. Note: 2.

Dani Olmo: Der Spanier geht gerade durch ein kleines Leistungstal. Nicht mehr so auffällig wie noch vor ein paar Wochen. Hatte vornehmlich die Aufgabe, Bälle auf engem Raum festzumachen und Uniteds Dreierkette zu binden, um die Außen für Haidara und Angeliño freizubekommen. Gelang ihm zusammen mit Nkunku und Forsberg bis Mitte der 1. Halbzeit hervorragend. Note: 2,5.

Emil Forsberg: Der Schwede hatte Luft für eine Halbzeit, danach war sie raus. Hatte einen Tausendprozenter auf dem Fuß, schob den Ball aus fünf Metern aber am Tor vorbei. Vielleicht hätte er die Stirn nehmen sollen, das "Kopfballungeheuer", das er ja jetzt ist. Erfüllte seine Aufgabe wie Olmo mit Bravour. Mehr war nicht drin. Note: 2,5.

Christopher Nkunku: Ein Assist für den Franzosen, als er eine Hereingabe von Angeliño so ins Niemandsland abfälschte, dass weder Keeper De Gea noch Uniteds Abwehrchef Harry Maguire wußten, wie sie sich verhalten sollten. Kluivert nutzte die Verwirrung und traf zum 3:0. Ansonsten galt für Nkunku, was für seine Nebenleute galt: Auftrag erledigt.  Note: 2,5.

Justin Kluivert (56.): Schoss das wichtige 3:0 zu einem Zeitpunkt, da RB immer weniger Luft zum Atmen hatte. Zweites Tor in Folge für den jungen Niederländer, dazu ein paar wichtige Sprints angesetzt, Freistöße "gezogen" und seinen Gegenpressingaufgaben nachgekommen. Kommt immer besser in Form und findet sich in Nagelsmanns Ideen zurecht. Bekam ein Extra-Lob von seinem Coach. Note: 2.

Yussuf Poulsen (56.): War nicht als Schönspieler, sondern erster Verteidiger gefragt. Konnte nur wenige Akzente setzen und war diesmal technisch nicht ganz auf der Höhe der Partie. Note: 3.

(RBlive/ukr/hen)

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