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Von Ullrich Kroemer

„Die Chance muss er machen” Nagelsmann kritisiert Lookmans Strafraum-Performance

„Jesus!” Ademola Lookman deutete sein Potenzial an.

„Jesus!” Ademola Lookman deutete sein Potenzial an. 

Nicht Marcel Sabitzer, nicht Dani Olmo, nicht Amadou Haidara und nicht Patrik Schick. Ademola Lookman war für RB Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann beim Geister-1:1 gegen den SC Freiburg erste Wechsel-Wahl. Der Brite kam zur zweiten Hälfte für den indisponierten Nordi Mukiele ins Spiel und deutete mit Spielfreude und Einsatzbereitschaft – auch guten Balleroberungen und Gegenpressing-Verhalten – an, dass er gewillt ist, an seine starke Rückrunde 2018 anzuknüpfen.  

Damals hatte er als Leihspieler in einer schwierigen Phase geglänzt und fünf Tore in elf Spielen erzielt. Doch seit seinem Wechsel zu RB 2019 für etwa 18 Millionen Euro plus Boni ist „Mola” nur ein Schatten seiner selbst. In dieser Saison hatte er neun meist kurze Einsätze. Gegen Freiburg nun durfte er sich als Belohnung für starke Trainingseindrücke in der Corona-Pause über 45 Minuten zeigen. 

Nagelsmann über Lookman: „Wenn der Tag X kommt, musst du deine Chance nutzen”

„Er ist ganz gut reingekommen”, bewertete Trainer Julian Nagelsmann. „Aber wenn der Tag X kommt und du deine Chance kriegst, dann musst du sie auch nutzen. Das ist in einer Leistungssportgesellschaft leider so.” Nagelsmann war unzufrieden mit Lookmans Performance vor dem Tor. „Er hatte heute zwei Topsituationen. Die erste muss er machen, das ist ein freier Abschluss aus fünf Metern, auch wenn die Situation nicht einfach ist, muss er den Ball aufs Tor bringen”, kritisierte der Trainer. Lookman war von einem Chipball von Kevin Kampl offenbar ebenso überrascht worden wie die Freiburger Abwehr und hatte den Ball wenige Meter vor dem Tor neben den Kasten gesetzt (56.). Vielleicht die größte RB-Chance überhaupt.

Und auch mit der zweiten angesprochenen Szene war Nagelsmann nicht einverstanden. Lookman schoss aus 18 Metern knapp rechts am Tor vorbei (74.). „Die zweite war schwieriger, weil der Winkel spitz ist. Da muss er den Ball ins Zentrum bringen, da wäre Patrik schussbereit vor dem Tor gewesen”, so der Cheftrainer.

„Am Ende des Tages muss auf dem Spielberichtsbogen sein Name mal bei Assists oder Torschützen stehen, damit er Einsatzchancen nachhaltig nutzt”, so der 32-Jährige. „Wenn er die nächste Chance bekommt, muss er das einen Tick besser machen.” Und doch waren die 45 Minuten ein Indiz dafür, dass Lookman in diesem ungewöhnlichen Liga-Endspurt aus der Rolle des Statisten heraustreten könnte. (RBlive/ukr)

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