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Von Ullrich Kroemer

Endspiel gegen Manchester City "Rest von Leipzig" feiert in Brügge höchsten Europapokalsieg

Hochsorung auf Rang drei: Mukiele visiert die Traube seiner Kollegen bei RB an

Hochsorung auf Rang drei: Mukiele visiert die Traube seiner Kollegen bei RB an

Emil Forsberg riss schon zur Halbzeit die Faust in den Abendhimmel über dem alten und rauen Brügger Jan-Breydel-Stadion. Josko Gvardiol feierte emotional vor der Trainerbank, während die als äußerst treu geltenden Brügger Anhänger ihr Team mit einem gellenden Pfeifkonzert in die Kabine schickten. Im fünften Champions-League-Gruppenspiel bei Club Brügge führte RB Leipzig bereits zur Halbzeit mit 4:0, Christopher Nkunku traf in der Nachspielzeit zum 5:0-Endstand (90.+3).

Blockade gelöst

Durch den höchsten Europapokalerfolg von RB schoben sich die Leipziger nun vor die punktgleichen Belgier auf Rang drei der Tabelle und können am letzten Spieltag gegen Manchester City wenigstens den Einzug in die Europa League klarmachen.

Ohne elf (!) gesperrte, erkrankte oder verletzte Spieler sowie den mit dem Corona-Virus infizierten Cheftrainer Jesse Marsch trat "der Rest von Leipzig" wie entfesselt auf. Nach zehn Abtastminuten löste Christopher Nkunku mit einem Abstaubertor nach Schuss von André Silva den Knoten (12.). Danach konnte man den Leipzigern dabei zuschauen, wie die Blockade in den Beinen und Köpfen in sich zusammenfiel.

Unter Interimscoach Achim Beierlorzer spielte die bislang so wankelmütige Elf plötzlich so befreit wie nach einem Trainerwechsel. Brian Brobbey, der schon das erste Tor mit initiiert hatte, stand stellvertretend dafür, stürmte wuchtig und präsent und holte gegen Kamal Sowah einen Elfmeter heraus, den Emil Forsberg platziert ins linke untere Eck verwandelte (17.).

Silva trifft per Kopf

RB Leipzig war im Vergleich zum 0:2 in Hoffenheim wie verwandelt, lief Ball und Gegner giftig an und entwickelte vor allem in der neuen 4-4-2-Formation mit Mittelfeld-Raute endlich mit schnellem und präzisem Umschaltspiel Zug zum Tor und war clever bei den Abschlüssen. Forsberg arbeitete so einsatzfreudig wie selten nach hinten mit, Gvardiol grätsche die belgischen Toptalente Charles De Ketelaere & Co. ab und Silva zeigte endlich Selbstvertrauen in Körpersprache und Ballaktionen. Nach einer Flanke von Angeliño gelang dem Portugiesen mit einem platzierten Kopfball ins lange Eck das frühe 3:0 (27.).

Die konsternierten Belgier hatten nur eine gefährliche Szene durch Bas Dost (27.) und ließen RB weiter gewähren. Forsberg konnte ohne angegriffen zu werden aus 18 Metern abziehen und traf per platziertem Distanzschuss zum Pausenstand (45.+1 ). Die etwa 350 Leipziger Anhänger unter den 28.000 sangen und hüpften, nicht wenige Brügger Fans gingen bereits entnervt nach Hause.

Glanzvoller Abend

Zwar wurde Brügge in der zweiten Hälfte besser und kreierte nun selbst einige Kontersituationen, die RB jedoch ausbügelte und die Druckphase überstand. Nkunku hätte sogar noch weiter erhöhen können, schoss aber selbst, anstatt den besser postierten Kollegen zu bedienen (52.). Sein Tor kurz darauf zählte wegen angeblichen Stürmerfouls von Silva nicht – eine Fehlentscheidung des italienischen Schiedsrichters Davide Massa.

RB nutzte weiter die großen Räume; allein Silva vergab weitere Großchancen gegen Keeper Simon Mignolet (74., 75.). Doch auch Leipzigs Ersatzkeeper Josep Martínez vertrat Kapitän Peter Gulacsi glänzend und parierte glänzend gegen Noah Lang (76.). Ein glanzvoller Abend für RB – nur eben ohne Cheftrainer Jesse Marsch. (RBlive/ukr)