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Von Martin Henkel, Ullrich Kroemer

Nur Zwei mit Torgefahr und Spiellust Die Spieler von RB Leipzig in der Einzelkritik

Drei gegen einen: Christopher Nkunku sucht eine LĂŒcke durch Unions Abwehrspieler

Drei gegen einen: Christopher Nkunku sucht eine LĂŒcke durch Unions Abwehrspieler

So haben wir die Spieler von RB Leipzig beim 1:2 in Berlin gegen Union gesehen:

Josep Martinez: Bekam erst nach 28 Minuten den ersten Schuss aufs Tor, der Spanier hatte damit bei seinem LigadebĂŒt fĂŒr RB als Vertretung von Stammkeeper Peter Gulacsi leichte Beute. Bei den zwei anderen SchĂŒssen, die zur Niederlage der Sachsen fĂŒhrten, war der Spanier machtlos. Hatte zu Beginn ein paar Wackler beim Herausspielen des Balles mit dem Fuß, fing sich dann aber. Note: 3.


Lukas Klostermann: Wird Zeit, dass es ein paar Tage Ferien gibt. Auch Dauersprinter Klostermann wirkt mĂŒde. Rettete einmal in letzter Not gegen den einschussbereiten Teuchert. Note: 3.


Willi Orban: Solides Spiel des Abwehrchefs, der lange Zeit aber auch nicht viel zu tun hatte, denn die "Eisenbahner" aus Köpenick waren eher mit Stören und Verteidigen beschĂ€ftigt. Vereitelte einmal einen HochkarĂ€ter von Awoniyi. Beim Siegtor unschuldig, weil er nicht fĂŒr Kruse eingeteilt war, sondern Nordi Mukiele pennte, der fĂŒr Klostermann ins Spiel gekommen war und Kruse hĂ€tte decken sollen. Note: 3.

Dayot Upamecano: Letztes RB-Spiel fĂŒr den Franzosen, der Trainer Nagelsmann zum FC Bayern folgt. Ließ sich einmal von Lenz tunneln, dessen Pass Musa an den Pfosten schoss (34.), und wurde von viel zu einfach Awoniyi ausgetanzt, bevor der Kruse das 2:1 auf die Stirn servierte. HĂ€tte sich trotz dieser letzten typischen Upa-Aussetzer trotzdem beinahe mit einem Treffer verabschiedet. Seine Kopfball segelte aber am Tor vorbei (53.). Auch sonst diverse Unkonzentriertheiten, schoss im Spielaufbau gleich mehrfach Gegner an. Passte zu seinen wenig ĂŒberzeugenden Auftritten seit der Bekanntgabe seines Wechsels. Note: 4.


Marcel Halstenberg: Vielleicht war es das fĂŒr "Halste" in Leipzig. Weiß man's? In Erinnerung wĂŒrde sein Auftritt an der Alten Försterei aber nicht bleiben: Hatte einen strammen Torschuss, eine Vorlage, gewann 71 Prozent seiner ZweikĂ€mpfe, hatte 101 Ballkontakte, spielte neun FehlpĂ€sse und hatte alles in allem einen geruhsamen Nachmittag, weil Union - wenn der Linksfuß Max Kruse - spielt, immer ĂŒber Links angreift. Also da, wo Halstenberg nicht steht. Note: 3.


Kevin Kampl: Mal wieder viel Drehen, Wenden, PĂ€sschen hier hin, dorthin, aber in den entscheidenden Momenten nicht da. Hatte in der ersten HĂ€lfte einige FehlpĂ€sse und ließ etwa Musa laufen, als der die ersten Unioner Chance an den Pfosten setzte. Note: 3,5.


Marcel Sabitzer: Hatte zweimal den Treffer selbst auf dem Fuß, als er im dritten Nachfassen von der Strafraumgrenze knapp verzog (44.) und dann aus der Nahdistanz an Luthe scheiterte (81.). Beendet die Saison dennoch als bester TorschĂŒtze – mit acht Treffern. Leitete sonst zielstrebig einige schöne Angriffsaktionen ĂŒber Kluiverts linke Seite ein. War dann jedoch entscheidend am Siegtreffer von Union beteiligt, als er entkrĂ€ftet oder lustlos – man weiß es nicht – einen Ball von MartĂ­nez ins Seitenaus trudeln ließ, anstatt den Ball nach vorn oder auf die TribĂŒne zu dreschen. Ein paar Sekunden spĂ€ter stand es 2:1. WĂ€re bitter, wenn das Sabitzers letzte entscheidende Aktion im RB-Dress gewesen sein sollte. Note: 3,5.


Amadou Haidara: Wenig zu sehen vom Malier. War zwar anwesend, hatte aber kein großes Zutun in der Partie. Am Ende ging fĂŒr ihn die Saison mit 75 BallberĂŒhrungen und zwei halbgaren TorschĂŒssen zu Ende. Trabte beim 2:1 nur hinterher, anstatt Mukiele abzusichern, der sich nach vorn eingeschaltet hatte und hinten bei Kruse fehlte. Note: 3,5.


Hee-chan Hwang: VertĂ€ndelte die einzige, aber riesige RB-Chance in der ersten HĂ€lfte, als er den Abpraller nach Forsbergs Versuch nicht im Tor unterbrachte, einen zu umstĂ€ndlichen Haken schlug und sich von dem eigentlich schon geschlagenen Luthe blocken ließ. Zudem ein unprĂ€ziser Pass auf Forsberg bei einer Kontersituation. Erneut kein effizienter Auftritt des SĂŒdkoreaners, der nur einen Torschuss, 22 Ballkontakte und zehn PĂ€sse zustandebrachte und zur Halbzeit runter musste. Note: 4.


Emil Forsberg: FĂŒr ihn gilt Ähnliches wie fĂŒr Hwang – seine einzige Großchance vergab er (44.), in anderen Szenen zu unprĂ€zise oder wenig zwingend gegen die stark verteidigenden Unioner. Der Auftritt der Offensive war keine Bewerbung fĂŒr das System ohne echten StĂŒrmer im Zentrum. Note: 3,5.


Justin Kluivert: War zusammen mit Nkunku der einzige Spieler, der Torgefahr und Spiellust ausstrahlte. Hatte bereits in der ersten HĂ€lfte einige vielversprechende Situationen ĂŒber die linke Seite, in denen er sich noch falsch entschied und sich zum Beispiel blocken ließ. Beim Tor dann mit perfektem Laufweg in die Mitte und einer tollen Ballannahme. Einer der wenigen Gewinner der desaströsen Saisonschlussphase bei RB. Note: 2.


Christopher Nkunku (54.): Warum er wie bereits im Pokalfinale nicht von Beginn an spielte, ist nicht bekannt. Mit der Einwechslung des genialen Franzosen wurde RB jedenfalls erneut erst richtig gefĂ€hrlich. Sein perfekter Pass auf Kluivert vor dem 1:0 war ein kleines Kunstwerk. Seine Flanke auf Sörloth kurz vor Schluss geriet ihm ein kleines StĂŒck zu lang, sodass der Winkel fĂŒr den Norweger spitz wurde. 100 Prozent Passquote! ABER: Muss einfach in der Nachspielzeit das 2:1 machen, als ihm der Ball vor die FĂŒĂŸe fiel und er nur den Pfosten traf. HĂ€tte in dieser Saison noch viel hĂ€ufiger treffen und vorbereiten können. Note: 2,5.


Yussuf Poulsen (54.): Bekam ĂŒberhaupt keinen Fuß in dieses Spiel. Und zwar wörtlich gemeint: Beim 1:1 pennte der DĂ€ne bei einer Ecke, kam einen Schritt zu spĂ€t und ließ seinen Gegenspieler Marvin Friedrich zum 1:1 abschließen. Und auch sonst: Gewann nur einen Zweikampf  und hatte kaum Ballkontakte. Einzige gute Aktion: der Doppelpass mit Marcel Halstenberg, als dieser von der Strafraumkante abzog. Note: 4,5.


Konrad Laimer (68.): .Man merkt dem Österreicher noch an, wie lange er gefehlt hat. Noch fehlen ihm Spritzigkeit und die richtige Entscheidungsfindung in den Situationen. Mal legt er sich den Ball zu weit vor oder verliert Sprintduelle, bei denen er sonst eine Fußspitze eher am Ball war. Und dennoch ist zu sehen, wie gut seine Leidenschaft der Mannschaft in der nĂ€chsten Saison wieder tun wird. Brach einmal schön bis zur Grundlinie durch und flankte auf Sabitzer, der das 2:1 knapp verpasste. HĂ€tte selbst im Nachschuss treffen können, scheiterte aber an Luthe (81.). RĂŒckte zum Ende des Spiels auf die Sechs. Note: 3.

(RBlive/hen/ukr)