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von Matthias Kießling

RB Leipzig unter Julian Nagelsmann: Nach sieben Spielen in der Bundesliga voll auf Kurs

RB Leipzig darf überwiegend positiv auf die bisherige Saison schauen.

RB Leipzig darf überwiegend positiv auf die bisherige Saison schauen.
Copyright: imago images / Team 2

Eigentlich gilt der zehnte Spieltag in der Bundesliga als jener, nach dem eine erste Bilanz zum Stand der Dinge bei den einzelnen Klubs gezogen werden darf. Bis dahin ist die Tabelle aufgrund der Kürze der Zeit und aufgrund von Spielplaneffekten noch zu verzerrt. Während Wolfsburg und Freiburg beispielsweise bisher vornehmlich gegen Abstiegskandidaten und Teams aus der unteren Tabellenhälfte spielten, hat RB Leipzig ein vergleichsweise schweres Auftaktprogramm absolviert und lediglich beim Auftaktspiel bei Union Berlin eine Mannschaft bespielt, die aktuell im letzten Drittel der Bundesliga zu finden ist.

RB Leipzig startet ordentlich, aber nicht besser als in den Vorjahren

Vier der bisherigen Gegner von RB Leipzig liegen unter jenen sieben Mannschaften, die die Tabelle mit nur zwei Punkten Differenz anführen. Fünf Punkte sammelte RB in diesen Spielen. Mit 14 Punkten liegt man unter Julian Nagelsmann exakt bei jenem Zwei-Punkte-Schnitt, den Ralf Rangnick einst immer als Zielmarke ausgegeben hatte, mit der man am Ende der Saison die Champions League erreichen würde. Angesichts des anspruchsvollen Auftaktprogramms durchaus ein positives Ergebnis.

Im Vergleich mit den Vorjahren ist RB Leipzig mit neuem Trainer im gewohnten Bereich gestartet. Ralph Hasenhüttl hält mit 15 Punkten in der Saison 2016/2017 den RB-Bundesliga-Rekord nach sieben Spielen. Ein Jahr später waren es unter Hasenhüttl erneut 13 Punkte und im Vorjahr unter Ralf Rangnick so wie in dieser Saison 14 Punkte.

Qualität des Passspiels verbessert sich deutlich

Angekündigt war unter Julian Nagelsmann eine Hinwendung zu mehr Lösungen aus dem Ballbesitz heraus. Die entsprechenden Entwicklungen sind bereits zu sehen, haben aber auch noch nicht voll durchgeschlagen. Aktuell steht RB Leipzig weiter eher für Umschalten und nicht für überdurchschnittliche Ballbesitzstrukturen. Mit 49,5% Ballbesitz liegt RB bisher auf dem Niveau des Vorjahrs. Allerdings wird man in den nächsten Wochen und Monaten gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte auch stärker den Ball kriegen, sodass der Wert deutlich ansteigen dürfte.

Deutlich verbessert hat sich derweil schon mal die zur Idee von mehr Ballbesitz gehörende Passquote. Kamen letzte Saison in der Bundesliga nur reichlich 75% aller Pässe an (Platz 16 in der Bundesliga), sind es diese Saison schon reichlich 80% (Platz 6 in der Bundesliga). Von hinten herausspielen gehört bereits zum neuen RB-Ton. Die Passquote von Peter Gulacsi stieg von unter 59% in der Vorsaison auf über 71% in dieser Saison. Der Torwart spielt nicht mehr primär den langen Ball auf Yussuf Poulsen, dem das Team dann nachjagt, sondern den kurzen Pass auf die Innenverteidiger oder die Sechser oder bei Pressing des Gegners den Chip-Pass auf die Außenverteidiger.

RB Leipzig fehlt noch die Konstanz über 90 Minuten

In der bisherigen Spielzeit konnte RB Leipzig in jeder Partie Phasen dominant und überlegen gestalten. Genauso gab es aber in jeder Partie Phasen, in denen man die Kontrolle abgab und der Gegner das bessere Spiel und die besseren Chancen hatte. Entsprechend hing der Ausgang vieler Partien bisher daran, inwiefern das eine oder andere Team die positiven Momente zuerst und effizient nutzte. In Bremen oder Mönchengladbach ging RB so mit wenigen Chancen in Führung und gewann die Partien. Gegen Schalke oder in Leverkusen verpasste man die Führung und verpasste so auch den Sieg.

Über die bisherigen sieben Spiel hat sich Glück und Pech bzw. das Spielmomentum bzw. auch die Effizienz beim Verwerten von Chancen letztlich ausgeglichen. Die 14 Punkte spiegeln das Leistungsniveau von RB Leipzig wieder. Den Daten von understat.com zufolge hat der Klub statistisch gesehen ein Tor weniger geschossen, als es den Chancen nach möglich gewesen wäre. Insbesondere in den letzten Partien sündigte RB in der Chancenverwertung. Allerdings hätte man auch drei Tore mehr kassieren können als man kassierte. Peter Gulacsi spielt hier auch in dieser Saison wieder eine wichtige Rolle und hat knapp 80% aller Schüsse auf sein Tor gehalten. Topwert unter jenen Bundesliga-Keepern, die in allen sieben Spielen eingesetzt wurden.

Eine Sorge, die Julian Nagelsmann mit zu RB Leipzig brachte, hat sich bisher nicht bestätigt. Die TSG Hoffenheim hatte unter Nagelsmann in der Vorsaison noch 13 von 26 Führungen verspielt und sich damit von einem Spitzenteam zu einem Durchschnittsteam gemacht. In Leipzig setzt sich diese Serie bisher nicht fort. Aus vier Führungen machte RB auch vier Siege. Allerdings gab sich die Mannschaft gegen Mönchengladbach, Frankfurt oder in der Champions-League bei Benfica dennoch etwas viel Mühe, einen 2:0-Vorsprung jeweils noch zu verspielen – glücklicherweise erfolglos.

Nagelsmann-Team mit gutem Fundament für die kommenden Wochen

Insgesamt kann RB Leipzig mit dem Saisonstart bisher sehr zufrieden sein. In der Bundesliga liegt man mit zwei Punkten pro Spiel auf Kurs. Im DFB-Pokal steht man in der zweiten Runde. Und in der Champions League hat man alle Chancen auf die K.o.-Runde, auch wenn das 0:2 gegen Lyon unnötig und schmerzlich war. In zehn Pflichtspielen holte RB wettbewerbsübergreifend bisher sechs Siege. Bei nur zwei Siegen aus den letzten sechs Spielen ist der Trend aber auch leicht negativ.

Wie Julian Nagelsmann betonte, müsse sein Team weiter lernen, in welchen Situationen schnell umgeschalten und in die Tiefe gespielt werden kann und in welchen Situationen man das Tempo rausnimmt und den Weg über den Ballbesitz wählt. Neben der Flexibilität in der taktischen Formation, in der Anlaufhöhe, in der personellen Besetzung und im Spielstil wird es in den kommenden Wochen und Monaten aber auch darauf ankommen, mehr Konstanz in die Partien zu bekommen.

Dass die Entwicklung zu mehr und besseren Ballbesitzanteilen bei gleichzeitiger Beibehaltung von Pressingstrukturen und Umschalten unter Nagelsmann nicht binnen weniger Wochen abgeschlossen sein würde, war vor der Saison schon klar. Angesichts dessen stimmen die Ergebnisse und zu größeren Teilen auch die Auftritte bis auf die Ausnahme Lyon bisher. In den kommenden Wochen gilt es, auf diesem Fundament aufzubauen.

Programm von RB Leipzig nach der Länderspielpause

  • 19.10.2019: Leipzig – Wolfsburg (Bundesliga)
  • 23.10.2019: Leipzig – St. Petersburg (Champions League)
  • 26.10.2019: Freiburg – Leipzig (Bundesliga)
  • 30.10.2019: Wolfsburg – Leipzig (DFB-Pokal)
  • 02.11.2019: Leipzig – Mainz (Bundesliga)
  • 05.11.2019: St. Petersburg – Leipzig (Champions League)
  • 09.11.2019: Hertha – Leipzig (Bundesliga)

(RBlive/ mki)



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