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Von Ullrich Kroemer

Leipzigs OBM stellt klar Fans gegen Bayern im Stadion „völlig illusorisch”

Da war das Stadion noch voll: Oberbürgermeister Burkhard Jung (links) neben RB-Gründer Dietrich Mateschitz.

Da war das Stadion noch voll: Oberbürgermeister Burkhard Jung (links) neben RB-Gründer Dietrich Mateschitz.

RB Leipzig und Handball-Bundesligist SC DHfK Leipzig wären organisatorisch und wissenschaftlich vorbereitet, um mit Schnelltests ab Anfang April 999 Fans in die Arenen zu lassen. Doch politisch ist ein so schneller Start der beantragten Modellprojekte seitens der Bundes- und Landesregierung nicht realistisch. „Momentan ist es in Sachsen, in Leipzig völlig illusorisch, mit Zuschauern Fußball zu spielen”, sagte Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung am Montagvormittag bei einer Pressekonferenz. Dass beim Topspiel zwischen RB Leipzig und dem FC Bayern München am 3. April Fans im Stadion sein dürfen, könne man anders als am Sonntagabend vom Sportbuzzer berichtet „sofort ausschließen”, sagte Leipzigs Stadtoberhaupt.

In den nächsten Wochen sei es noch „nicht denkbar”, angesichts steigender Inzidenzzahlen in Sachsen und Leipzig Fans bei Sportveranstaltungen zu begrüßen. „Aber wir können uns vorstellen, dass wir im Mai, Juni mit dem Modellprojekt in der Lage sind, wieder Fahrt aufzunehmen und mit einer klugen Teststrategie in der Lage sind, vieles in die Wege zu leiten”, sagte Jung. „Wir wollen uns auf den Tag X vorbereiten, dass wir trotz hoher Inzidenzen und Mutationen hoffentlich in eine neue Normalität zu kommen.”

„Kein Ankündigungsmann”: OBM Jung wartet auf den Tag X

Wann dieser Tag X eintreten kann, konnte Jung nicht näher ausführen. Es liegt in den Händen der sächsischen Landesregierung, die von RBL und DHfK beantragten Modellprojekte freizugeben. Jung hofft, dass man sich bei der Ministerpräsidentenkonferenz an diesem Montag von den Inzidenzzahlen als alleiniges Kriterium löst und künftig eine neue Bemessungsgrundlage schafft, bei der man Zahl und Alter der bereits Geimpften, Sterblichkeitsrate etc. mit einfließen lässt. „Wir wollen so vorbereitet sein, dass wir auf Knopfdruck reagieren können. Aber im Unterschied zu Berlin sollten wir nicht ankündigen, was wir nicht halten können. Ich bin kein Ankündigungsmann, der am Schluss zurückrudern muss”, so Jung.

Die Entscheider der Leipziger Handball- und Fußball-Bundesligisten sowie die wissenschaftlich involvierte Universität Halle drängen hingegen auf einen schnellen Start des Pilotversuchs.

„RB Leipzig und wir sind vorbereitet für einen Start am 1. April – auch zum Wohle anderer Branchen, um wichtige Erkenntnisse zu sammeln und ein Signal der Hoffnung zu senden”, sagte DHfK-Manager Karsten Günther.

Operationsdirektor von RB Leipzig: „Nicht so entscheidend, ob die Inzidenz bei 22 oder 150 liegt”

Ulrich Wolter, Operations-Direktor und Covid-19-Beauftragter bei RB Leipzig, sagte: „Das Positive bei einem solchen Modellprojekt ist ja gerade, dass unabhängig von der Inzidenz negativ getestete Leute in einer Veranstaltung sitzen. Es ist dann nicht so entscheidend, ob die Inzidenz bei 22 oder 150 liegt, sondern es geht darum, dass keine negativ Getesteten reinkommen und dort ein Stück Normalität erleben können.”

Wenn man nur auf den Inzidenzwert schaue, „dann brauchen wir keine Modellprojekte zu machen”, so Wolter. „Dann können wir warten, bis die Inzidenz bei 20 oder fünf ist. Wir brauchen aber jetzt Lösungen, wie wir im April, Mai, Juni, Juli August einigermaßen unser normales Leben führen können.”

Wissenschaftler von der Uni Halle: „99,9 Prozent Sicherheit”

Wissenschaftler Dr. Stefan Moritz vom Universitätsklinikum Halle bekräftigte, dass das System mit digital erfassten Schnelltests eine Sicherheit von 99,9 Prozent biete. Allein das bestehende Hygienekonzept für die Arena Leipzig ermögliche es, „Veranstaltungen bis zu einer Inzidenz von 100 durchzuführen, ohne dass das signifikante Aussagen auf das Infektionsgeschehen in der Region hätte. Das ergänzen wir mit dem hocheffektiven Instrument der Schnelltestungen, mit dem wir die Sicherheit um ein Vielfaches nach oben korrigieren. Damit schaffen wir sehr, sehr sichere Events”, sagte Moritz.

Moritz warb dafür, dass Modellprojekt „so schnell wie möglich durchzuführen. Wir haben gelernt, dass wir immer zu langsam sind. Um die Erkenntnisse umsetzen zu können, brauchen wir sie jetzt und nicht in vier oder sechs Monaten. Dann wären wir wieder zu spät dran. Das haben wir leider viel zu oft schon erlebt.” (RBlive/ukr)