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Von Ullrich Kroemer

„Schön, mit Dir im Cluster zu sein” Gelungenes Fan-Comeback bei RB

Grüppchenbildung: Der Fanblock von RB Leipzig gegen Mainz 05 im Corona-Modus.

Grüppchenbildung: Der Fanblock von RB Leipzig gegen Mainz 05 im Corona-Modus.

Emil Forsberg war nach RB Leipzigs 3:1 gegen Mainz 05 ganz beseelt. Nicht nur von seiner starken Leistung, sondern auch vom Gefühl, wieder vor Zuschauern spielen zu können. Der Sieg war „Geschenk an die Fans”, sagte der Schwede. „Wir wollten unseren Fans etwas geben, nicht nur gewinnen, sondern mit einem geilen Spiel auch in die richtige Stimmung bringen.”

Das gelang teilweise gut, obwohl das Stadion nicht einmal zu einem Viertel besetzt war. Die 7900 Fans – der übrigen 600 zugelassenen Fans waren VIP-Gäste – verteilten sich in Sechser-Grüppchen in insgesamt 15 Bereichen über die gesamte Arena und machten nach einem halben Jahr der sterilen Geisterspiel-Atmosphäre zum ersten Mal richtig Lärm, als erst die Torhüter und dann die Feldspieler zum Warmmachen nach draußen kamen. Die Kulisse erinnerte ein wenig an Drittligatage, als an einem Januartag im Jahr 2014 gegen Wacker Burghausen (7328 Zuschauer) zuletzt bei einem Ligaspiel weniger Anhänger im Stadion waren.

Atmosphärische Lücken

Angetrieben von Gesängen auf dem Capo-Podest, das besetzt war, aber immer auch aus anderen Teilen des Stadions – etwa über dem Gästeblock – stimmten die Anhänger immer wieder bekannte RB-Gassenhauer an oder klatschten im Takt. Doch genauso lückenhaft wie das Stadion besetzt war, hatte auch die Unterstützung atmosphärische Lücken. Angesichts der ungewohnten Platzierung nach strenger Matrix, der somit fehlenden Nähe und der teils streng kontrollierten Maskenpflicht nicht verwunderlich, dass bisweilen von den Rängen auch Unsicherheit zu spüren war.

„Natürlich sind 40.000, 50.000 Fans besser als 8000, aber 8000 sind besser als keine”, sagte Trainer Julian Nagelsmann. „Demnach sind wir sehr froh, die 8500 haben uns gut unterstützt, man hat sie lautstark wahrnehmen können, das tut wieder gut.” Und sein Trainerkollege, der Ex-RB-Coach Achim Beierlorzer, sagte: „Es ist ein Schritt in die Normalität, die natürlich noch weit, weit entfernt ist. Es ist schon was anderes, wenn zumindest 8000 Fans über das Stadion verteilt sind.”

Die Fans genossen den ersten Fußballnachmittag seit einem halben Jahr unter den neuen Voraussetzungen. „War sehr schön, mit dir im Cluster zu sein”, schrieb einer bei Twitter. Fankultur in Corona-Zeiten.

Mit der Organisation waren alle Beteiligten weitgehend zufrieden. Einige Anhänger ärgerten sich, dass sie getrennt sitzen mussten. Andere wie Blog-Rentner „Rotebrauseblogger” Matthias Kießling beobachteten, dass deswegen auch zwischen den Clustern Plätze getauscht wurden, was die Organisation natürlich ad absurdum führt, wenn im Ernstfall nicht klar nachzuvollziehen ist, wer wo gesessen hat.

Gesundheitsamt und Fanverband zufrieden

Besonders vorbildlich lief der nach Uhrzeiten gestaffelte Einlass der RB-Fans, das Verlassen des Stadions soll weniger organisiert abgelaufen sein, berichten Fans. Der Klub bedankte sich für das vorschriftsmäßige Verhalten der Zuschauer und teilte mit, dass auch das Gesundheitsamt „sehr zufrieden” mit den Abläufen gewesen sei. Auch der Fanverband bilanzierte, dass das Konzept aufgrund der guten Vorbereitung und wegen des disziplinierten Verhaltens der Fans „bis auf wenige Kleinigkeiten gut aufgegangen” sei.

Nur die 40 Fans aus dem Vogtlandkreis, die trotz zugeloster Karten wegen gestiegener Neuinfektionen nicht ins Stadion durften, werden nicht erbaut gewesen sein, bekommen aber Tickets für das nächste Heimspiel gegen Schalke, wenn es die Situation zulässt.

Für die, die reindurften, war es ein gelungener Nachmittag irgendwo zwischen Euphorie nach sechs Monaten Stadionentzug und Testspielatmosphäre. „Sie haben lange auf uns gewartet, und wir auf sie. Es war ein unfassbares Gefühl, wieder vor Fans zu spielen”, sagte Matchwinner Forsberg nach der Ehrenrunde. (RBlive/ukr)