RB LeipzigAls die Buben mutig wurden: Die Spieler von RB Leipzig in der Einzelkritik

Von Ullrich Kroemer, Martin Henkel 05.11.2020, 09:55
Mutig dagegengehalten: Marcel Sabitzer, Christopher Nkunku und Dani Olmo gegen Idrissa Gana Gueye.
Mutig dagegengehalten: Marcel Sabitzer, Christopher Nkunku und Dani Olmo gegen Idrissa Gana Gueye. Imago/dddd

So haben wir die Spieler von RB Leipzig beim 2:1 gegen Paris St. Germain gesehen:

Peter Gulacsi: Ist eine Weile her, dass sich Kraken-Pete mal wieder im Duell eins gegen eins beweisen konnte. Das letzte Mal im März 2019 gegen Hanno Behrens vom 1. FC Nürnberg. Parierte einen „Elfer“ von Angel Di Maria, nachdem es bereits 0:1 gestanden hatte. Spielentscheidend. War ansonsten auf dem Posten und leistete sich diesmal auch keine Zuspiele auf Pariser Spieler wie in der Halbfinal-Partie im Sommer, die RB 0:3 verlor. Note: 1,5.

Ibrahima Konaté: Hat in den vergangenen Monaten einiges an Muskelmasse zugelegt, was ihn offenbar Endschnelligkeit gekostet hat. War in den Laufduellen mit Moise Kean oft zu langsam, stand aber sonst sicher auf seinem Posten. Rettete einmal entscheidend gegen den Italiener, als PSG auf das 2:2 drückte (72.). Note: 2,5.

Dayot Upamecano: Zwei Patzer des Franzosen, die sich beinahe fatal für RB auswirkten. Er legte Di Maria praktisch das 0:1 auf, als er einen Rückpass zu Peter Gulacsi Moise Kean ins Bein spielte. Und er verschuldete auch den Elfmeter mit einem Handspiel, den Di Maria zum Glück für RB nicht an Gulacsi vorbeigeschossen bekam. Stabilisierte sich danach und lieferte sich eine epische Keilerei mit Kean, der ihm wie ein Körperzwilling ebenbürtig war. Eine der schönsten Rangeleien in der „Upa“-Historie bei RB. Note: 3,5.

Willi Orban: Das Spiel in der Dreierkette, vor allem auf links, war an diesem Abend nicht so sein Ding. Stand ab und an mal zu hoch und ließ sich dann viel zu einfach von Di Maria, Kean & Co. düpieren. Sein größtes Problem: Er ist Rechtsfüßer, bekam so Probleme beim Spielaufbau, wenn es schnell gehen musste. Hatte auch bei einem Vorstoß von Alessandro Florenzi frappierende Geschwindigkeits-Nachteile. Note: 3,5.

Nordi Mukiele: Eines der stärkeren Spiele des Franzosen – von der unsicheren, ersten halben Stunde mal abgesehen. Ein gutes Mini-Comeback nach seiner Verletzung, die ihn zwei Spiele Abwesenheit kostete - beide verlor RB. Rackerte unermüdlich auf seiner Seite, nach vorn wie nach hinten. Die Energie strahlte ab und half RB aus dem Tief nach dem 0:1. Note: 2,5.

Marcel Sabitzer: Begann wie er gegen Manchester United aufgehört hatte: nervös, fahrig, wirkte überfordert. Straffte sich nach dem 0:1 aber und strukturierte vor allem das Bälleklauen sowie die Umschaltaktionen bei Kontern. Bekam ein Sonderlob vom Trainer. Note: 2,5.

Amadou Haidara: Ist nach Covid-19-Infektion und zweiwöchiger Zwangspause erstaunlich schnell wieder auf Betriebstemperatur gekommen. Hätte gleich zu Beginn treffen müssen (8.), war aber darüberhinaus emsig und giftig im Gegenpressing, gewann Zweikämpfe und spielte einige gute Bälle. Einer der herausragenden Spieler der Partie: Immer auf dem Posten, aggressiv, ballsicher, lauffreudig. War überall zu finden. Bekam von Nagelsmann dafür eine Sondererwähnung nach der Partie. Provozierte die für den Spielausgang nicht unerhebliche Gelb-Rote Karte gegen Gegenspieler Idrissa Gana Gueye (69.), als er spritzig einen Tick eher am Ball war. Note: 2.

Angeliño: Durfte auf der linken Seite wieder sehr offensiv wirbeln. War an beiden Toren beteiligt, als er nach schönem Zusammenspiel mit Forsberg erst Nkunu bediente (42.) und dann die Flanke schlug, die zum Elfmeter für RB führte (57.). Hätte selbst treffen können, wurde aber abgeblockt (8.) Note: 2.

Dani Olmo: Der junge Spanier ist derzeit nicht so prägend wie zu Saisonbeginn. Muss erst in den Drei-Tages-Rhythmus in der neuen Rolle als Stammspieler finden. Hatte kurz vor der Pause einen gefährlichen Schuss, der knapp übers Tor strich (45.). Lief fleißig seine Gegenspieler an, sonst nicht auf dem Niveau seiner Nebenmänner – auch, weil er eng bewacht wurde. Hatte die schlechteste Passquote aller Leipziger (53 Prozent). Steigerte sich aber in der zweiten Hälfte, als er wie das gesamte Team mutiger wurde und riskantere Bälle in die Zwischenräume spielte. „Die Buben haben gut zugehört und es gut umgesetzt”, sagte Trainer Nagelsmann zur Leistungssteigerung. Note: 3.

Christopher Nkunku: Der erste Saisontreffer des Franzosen genau zur richtigen Zeit: Traf aus der Distanz mit einem abgefälschten Schuss gegen die alten Kollegen. Hatte in der 81. Minute das 3:1 auf dem Fuß. War bissig auch im Anlaufen, gewann viele Zweikämpfe, verlor nur zu viele Bälle (21). Insgesamt aber ein Spiel, in dem der Knoten bei dem Ex-Pariser platzte. Note: 2.

Emil Forsberg: Hervorragende Partie des Routiniers, der in der ungewohnten Rolle als Sturmspitze emsig seine Gegenspieler anlief, seine spielerische Klasse zeigte und auch noch Verantwortung übernahm und per Elfmeter das entscheidende Tor erzielte (57.). Hatte zuvor schon selbst gute Möglichkeiten (32., 53.), hatte viele Positionswechsel und leitete so auch das 1:1 vom linken Flügel ein. Mit sieben Champions-League-Treffern für RB ist der Schwede nun Rekordtorschütze für Rasenballsport in der „Königsklasse”. Note: 1,5.

Yussuf Poulsen (63.): Half nach seiner Einwechslung mit, Bälle festzumachen und aggressiv anzulaufen. Hatte eine gefährliche Szene bei einer Ecke (81.), verstolperte in der Schlussphase das mögliche 3:1.  Note: 3.

Benjamin Henrichs (63.): Weil Mukiele noch nicht fit für 90 Minuten ist, kam er ins Spiel und erledigte den Job als Rechtsverteidiger ordentlich. Ist aber nicht so körperlich präsent wie Mukiele. Note: 3.

(RBlive/ukr/hen)