Die Spieler von RB Leipzig in der Einzelkritik

Gvardiol legt Meisterprüfung ab, Poulsen fehlt die Standfestigkeit

Das 2:0 in Stuttgart täuscht über den Spielverlauf hinweg. RB hatte große Mühe, in Stuttgart zu gewinnen und verdankte seine Null zwei eisenstarken Abwehrakteuren

Von Martin Henkel 16.01.2022
Nichts für Ästheten: Das Spiel zwischen RB und dem VfB Stuttgart
Nichts für Ästheten: Das Spiel zwischen RB und dem VfB Stuttgart (imago/jan huebner)

So haben wir die Spieler von RB Leipzig beim 2:0 in Stuttgart gesehen:

Peter Gulacsi: Ein Auftritt fürs Poesie-Album. Hielt mit beweglichen Krakenarmen die Null fest und RB trotz Dauerdruck der Stuttgarter auf der Siegstraße. Noch vor der Pause nur einmal durch Endo geprüft (44.), hielt er nach der Pause, was es zu halten gab. Seine größte Tat: ein Kopfball aus Nahdistanz von Kalajdzic, den er mit einem Blitzreflex parierte (56.). Note: 1.

Mohamed Simakan: Ordentliche Partie des Franzosen, der wenig dafür konnte, das so viele Bälle zu ihm durchkamen. Hatte seine härteste Auseinandersetzung mit den Fouls seiner Gegner, musste ordentlich was einstecken. Note: 3.

Willi Orban: Beim Verteidigen eine Wand, beim Spielaufbau und in der Vorwärtsbewegung weniger solide. Leistete sich acht teils gefährliche Fehlpässe.  Note: 3.

Josko Gvardiol: Legte in Stuttgart seine Meisterprüfung zum Eisenfuss ab, sein Prüfer war Stuttgarts Mavropanos. Der Grieche wurde vom Kroaten in der 20. Minute an der Seitenlinie abgeräumt und dafür mit dem Wort "Malaka" bedacht. Die Übersetzung ist zwar nichts für zarte Gemüter, aber Gvardiol wird es für sich zu deuten wissen. War unüberwindlich für die Schwaben, es gab kein Vorbeikommen. Note: 1,5. 

Lukas Klostermann: Durchschnittliche Partie des Nationalspielers. Hatte eine Zweikampfquote von 44 Prozent, dafür war seine Passquote mit 92 Prozent fast perfekt. Note: 3. 

Kevin Kampl: Unauffälliger Auftritt des Pendelspielers. Hatte Probleme beim Abdichten des Zentrums, und kam im Angriff so gut wie nicht vor. Lag aber auch an der Langholz-Taktik seines Trainers, der an diesem Nachmittag von gepflegtem Besitzfußball nichts wissen wollte. Note: 3.

Tyler Adams: Rackerte für zwei, war giftig und präsent. Mehr war nicht gefordert vom US-Amerikaner. Note: 2,5.

Angeliño: Fand so gut wie nicht statt. Über seine Flanke liefen nicht sonderliche viele Angriffe der Stuttgarter und die vielen hohen Bälle in den Sturm der Sachsen wurden vom Zentrum aus verschickt. Note: 3.

Christopher Nkunku: Hatte Probleme ins Spiel zu finden, war aber an beiden Treffern beteiligt. Vor dem ersten spielte er Mavropanos an die Hand, Silva verwandelte den Strafstoß (11.) und besorgte das 2:0 mit einem feinen Sprint und Hasenhaken (71.). Note: 2.

André Silva: Traf zum fünften Mal, seit Tedesco Trainer ist. Wie schon gegen Mainz erneut vom Punkt. Ansonsten aber fällte der Portugiese eine Reihe schlechter Entscheidungen in aussichtsreichen Torsituationen, meist dribbelte er sich fest. Note: 2,5.

Yussuf Poulsen: War eigentlich für die Bank vorgesehen, musste aber von Beginn an ran, weil Szoboszlai sich beim Warmmachen verletzte. Hatte seine Müh und Not, Fuß zu fassen. Immerhin sprangen kurz nach der Pause zwei Einschussmöglichkeiten heraus, einenm Schuss hielt VfB-Keeper Müller (49.), einen Kopfball setzte er knapp über den Querbalken (50.). Note: 3.

Benjamin Henrichs (65.): Sorgte für Festigkeit und Struktur im Leipziger Defensivzentrum und spielte den Steckpass auf Nkunku vor dem 2:0. Note: 2,5.

* Wir bewerten nur Spieler, die vor der 70. Minute zum Einsatz kamen.