RB Leipzig

Fünf Minuten Schläfrigkeit: Die Spieler von RB Leipzig gegen Eintracht Frankfurt in der Einzelkritik

Von Martin Henkel, Ullrich Kroemer 15.03.2021, 09:38
Licht und Schatten: Spieler von RB Leipzig nach der Punkteteilung mit Frankfurt.
Licht und Schatten: Spieler von RB Leipzig nach der Punkteteilung mit Frankfurt. dpa/Jan Woitas

So haben wir die Spieler von RB Leipzig beim 1:1 (0:0) gegen Eintracht Frankfurt gesehen (Hier geht's zum Spielbericht):

Peter Gulacsi: Undankbarer Nachmittag für den Keeper, der zwei gefährliche Bälle aufs Tor bekam – beide mit viel Drall und unsauber geschossen. Den eingesprungenen Dropkick von Amin Younes lenkte „Pete” noch mit den Fingerspitzen über die Latte. Daichi Kamadas Ausgleichstreffer kurz darauf sah eigentlich haltbar aus, weil der Japaner den Ball schlecht erwischte, wurde aber immer länger, sodass Gulacsi nur noch die Fingerspitzen an den Ball bekam, das Tor aber nicht mehr verhindern konnte. Man wurde den Eindruck nicht los, dass auch Gulacsi den Kullerschuss eine Zehntelsekunde lang unterschätzt hat. Mehr gabs nicht zu halten. Sonst gute, präzise Bälle beim Herausspielen. Note: 3.

Nordi Mukiele: War in der ersten Hälfte immer wieder wuchtig gegen den schnellen Filip Kostic zur Stelle und kaufte dem Frankfurter Flügelläufer den Schneid ab. Als der einmal durchgebrochen war und in aussichtsreicher Schussposition schien, lief ihm Mukiele den Ball mit viel Tempo ab (22.). Sah dann aber in den fünf Minuten um das 1:1 herum ebenso nicht gut aus, wie die gesamte rechte Abwehrseite bei RB, als Frankfurt seine einzigen beiden Topchancen des Spiels über diese Seite einleitete. Ein Fünf-Minuten-Schlaf, der den Sieg kostete.  Note: 2,5.

Dayot Upamecano: Lieferte bis zu seiner verletzungsbedingten Auswechslung wegen einer Oberschenkelverletzung eine tadellose Leistung ab. Lief André Silva einen Ball hervorragend ab, verletzte sich aber in der Szene. Note: 2.

Willi Orban: Machte nach seiner kurzen Pause wegen Handbruchs auch mit bandagierter Hand da weiter, wo er aufgehört hat. Wenn Orban dabei ist, agieren auch seine Nebenleute stabiler, weil der 28-jährige Ex-Kapitän Sicherheit ausstrahlt. Ausnahme war der Ausgleich, wo Orban ebensowenig wie Halstenberg bei Kamada stehen. Bei seinem Abseitstor reagierte er gedankenschnell, aber der Treffer wurde regelgerecht zurückgenommen (14.). Note: 2,5.

Marcel Halstenberg: Durfte mal wieder auf seiner angestammten Position als Linksverteidiger in der Viererkette ran. Hatte die meisten Ballkontakte im Spiel (85) und eine starke Zweikampfquote von 80 Prozent. Aber agierte im Offensivspiel zu zaghaft. Ihm fehlte die letzte Überzeugung, einen Kopfball präzise zu setzen, wenn er mal durchgebrochen war, oder einen mutigen Pass in den Strafraum zu spielen. Note: 3.

Amadou Haidara: Emsiger Einsatz als Wühler mit starker Zweikampf- und Balleroberungsquote auf der Sechs, der Kluiverts Topchance in der Startphase einleitete (7.). Doch auch ihm gelang offensiv zu wenig Zwingendes. Vor dem 1:1 zu inaktiv, als er Rode auf Silva durchstecken lässt. Note: 3.

Marcel Sabitzer: Durchwachsene Partie des Kapitäns, was auch an der harten Gangart des Gegners und einer Sonderbewachung des Österreichers lag. Kam selten frei zur Entfaltung. Hatte drei Torschüsse, die aber alle keine Gefahr darstellten. Note: 3.

Justin Kluivert: Auftritt mit Licht und Schatten. Hatte früh das 1:0 auf dem Fuß, scheiterte aber am glänzend aufgelegten Frankfurter Schlussmann Trapp (7.). Bereitete durch Dribbling und Schuss die Führung vor (46.), hatte aber auch viele Szenen, in denen er falsche Entscheidungen fällte, wann besser dribbeln und wann abspielen. Verpasste öfters den richtigen Zeitpunkt beim Anlaufen der Gegner. Note: 3.

Emil Forsberg: Starke Partie des Schweden. War an so gut wie jedem Angriff bis zu seiner Auswechslung (85.) beteiligt. Legte für Kluivert auf, leitete das Abseitstor durch Orban ein (14.), schoss das 1:0 nach Abpraller von SGE-Keeper Trapp nach Schuss von Kluivert (46.) und servierte Poulsen beinahe das 2:0 auf die Stirn (51.). Note: 1,5.

Alexander Sörloth: Wurde von seinem Trainer auf den rechten Flügel gestellt. Ein kluger Schachzug, um das Frankfurter Defensivzentrum auseinander zu ziehen, was Poulsen und Forsberg Raum für ihre Angriffe gab. Nachteil: Sörloth ist Linksfuß und musste sich deshalb den Ball immer umständlich erst zurechtlegen. Als strategische Figur wirkungsvoll, als Angreifer weniger. Note: 3.

Yussuf Poulsen: Gute Partie des Dänen. Spielte gut Pingpong mit Forsberg im offensiven Zentrum, so wie vor der Großchance von Kluivert in der ersten Hälfte. Hatte das 2:0 auf der Stirn, köpfte die Flanke von Forsberg aber aus zwei Metern knapp übers Tor. Note: 2,5.

Lukas Klostermann (28.): Mister Zuverlässig musste früh rein in die Partie, weil sich Dayot Upamecano am Oberschenkel verletzt hat. Ein Kaltstart, den der Nationalspieler gut bewältigte, bis er bei einem Pass auf André Silva nach der Führung zu spät am Portugiesen dran war. Dessen Hereingabe verwertete Kamada zum 1:1. Note: 3.

(RBlive/hen/ukr)