2:0-Sieg gegen Hansa

Mit Ramme und viel Pragmatismus: Die RB-Profis in der Einzelkritik

Gewonnen, Viertelfinale im DFB-Pokal erreicht - weiter geht's. So lässt sich der Auftritt der RB-Profis gegen den Zweitligisten aus Rostock lesen. Eine Runde weiter, aber von Glanz keine Spur.

Von Martin Henkel/Ullrich Kroemer 20.01.2022, 10:38 • Aktualisiert: 20.01.2022, 11:21
Ungarn-Ramme gegen Simakan: Peter Gulacsi pflügt seinen Kollegen um
Ungarn-Ramme gegen Simakan: Peter Gulacsi pflügt seinen Kollegen um (imago/opocupix)

So haben wir die Spieler von RB Leipzig beim 2:0 im Pokal gegen Hansa Rostock gesehen:

Peter Gulacsi: Hatte kaum etwas zu halten, machte sich bei Rostocks größer Chance durch Neidhart breit, sodass der vorbeischoss. Unternahm einen für ihn höchst ungewöhnlichen Ausflug aufs Feld, als es Abstimmungsprobleme mit Simakan gab und Gulacsi den Mitspieler aus dem Weg rammte. Da hätte er besser wegbleiben sollen. Zudem ein, zwei ungenaue lange Bälle, die auch mal ins Aus flogen. Note: 3.

Mohamed Simakan: Im Zweikampf eine Bank, hielt die Knochen gegen Gulacsi hin, als der aus seinem Kasten stürzte. Hatte den Ball im Aufbau wie alle Innenverteidiger viel am Fuß, aber ohne Raumgewinn oder gute Ideen mit langen Bällen. Note: 3.

Willi Orban: Wenn Hansa mal durchzubrechen versuchte, machte Orban als zentraler Innenverteidiger die Tür zu. Souverän, aber ohne Glanz. Hatte eine große Torchance nach einem Freistoß, seine Abnahme ging ans Außennetz.  Note: 3.

Josko Gvardiol: 131 Ballkontakte, 120 Pässe: Der Youngster sollte neben seiner Abwehrarbeit auch das RB-Spiel von hinten ankurbeln, was gegen die tief stehenden Rostocker schwer war. Hatte am Anfang ein paar Fehlpässe zu viel drin, wurde dann aber konzentrierter. Note: 3. 

Lukas Klostermann: Starker Auftritt von „Klosti” als Joker auf der rechten Außenbahn. Stand oft so hoch wie ein Stürmer und legte den Ball instinktiv auf Yussuf Poulsen, der am zweiten Pfosten lauerte und zum frühen 1:0 traf. Dazu noch ein schöner Distanzschuss und hinten machte das Laufwunder alles dicht, wenn es mal nötig war. Note: 2. 

Tyler Adams: Liefert in dieser Saison oft etwas zu biedere Ware ab. Ihm fehlen als Achter die genialen Momente, in denen er Räume erkennt und Lücken reißt. Vor dem 1:0 hatte er mal so einen Moment, als er Klostermann schön freispielte. Leichte Steigerung. Note: 2,5.

Kevin Kampl: Ist immer dasselbe Spiel: Sitzt der Gegner tief, muss KK ran. Dann gehört ihm die Rolle des Bällerverteilers, Anschiebers, Dirigenten. Tat sich gegen Rostock schwer damit, oft entschied er sich für Sicherheitspässe. Tempoverschärfungen, Rythmuswechsel waren an diesem Abend hingegen nicht sein Ding. Ein Grund mehr, warum RB lange auf das erlösende 2:0 warten musste. Note: 3.

Benjamin Henrichs: Der neue "Kreativspieler" (Tedesco) hatte so seine Probleme, die für ihn ungewohnte Rolle als Scharnier zwischen Defensive und Offensive auszufüllen. Das Manko an Tempowechseln und originellen Pässen in Gassen und Tiefen ging auch auf sein Konto. Note: 3.

Angeliño: Eine sehr unauffällige Partie der einstigen Geheimwaffe und Nagelsmann. Flankte auffällig wenig von seiner linken Seite, was vielleicht aber auch am Matchplan lag. Und wenn, fand er selten einen Abnehmer. Durchstöße zur Grundlinie gelangen ihm ebenfalls keine. Kurzum: der Spanier tat was nötig war - mehr nicht. Note: 3,5.

Christopher Nkunku: Der jungen Franzose bleibt der Lichtblick in einem Team, das unter dem neuen Trainer einen nüchternen Pragmatismus an den Tag legt. Tanzte einmal vor der Pause die Rostocker Haudegen aus, als er sich den Ball mit dem Schlüsselbein vorlegte und den Ball an die Latte schlenzte. Das 2:0 legte er Kumpel Olmo mit feinem Außenristpass vor. Ansonsten der einzige Spieler mit kreativen Ideen, die diese Bezeichnung tatsächlich verdienen. Note: 2.

Yussuf Poulsen: Köpfte das wichtige 1:0 und hatte ansonsten den überaus schwierigen Job, Lücken in den Hansa-Block zu reißen oder für die Zweite-Bälle-Vorstöße den ersten Pass irgendwie zu verarbeiten. Undankbar für einen Stürmer in Spielen gegen tiefstehende Gegner. Note: 2,5.

André Silva (46.): Tauschte eins zu eins mit Poulsen, was bedeutete im Angriff allein auf weiter Flur zu spielen. Hatte zu Beginn zwei Kopfbälle, die beide ungefährlich waren. Danach fügte er sich weitgehend in die Erkenntnis, dass gegen das blaue Bollwerk hinter ihm wenig auszurichten ist. Musste ja aber auch nicht sein, weil RB 1:0 führte. Note: 3.*

Wir bewerten nur Spieler, die vor der 70. Minute zum Einsatz kamen.

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