RB Leipzig

Totalausfall: Die Profis von RB Leipzig in der Einzelkritik nach dem blamablen 0:2 gegen Bielefeld

Von Martin Henkel 19.12.2021, 11:03
Unfair: Fünf Leipziger gegen einen Bielefelder (Serra), der dann auch noch zum 0:1 trifft
Unfair: Fünf Leipziger gegen einen Bielefelder (Serra), der dann auch noch zum 0:1 trifft imago images/Christian Schroedter

So haben wir die Spieler von RB Leipzig beim 0:2 gegen Bielefeld gesehen:

Peter Gulacsi: Auch an Pistol-Pete geht die Achterbahnfahrt der vergangenen Monate nicht spurlos vorbei. Kassierte zum Jahresabschluss drei Treffer, wobei einer aus dem Abseits heraus erzielt wurde. War bei allen machtlos, vor dem ersten pariert er sogar noch in alter Kraken-Manier den Schuss von Krüger, ehe Serra aus Nahdistanz einschob. Aber seine Zuspiele mit dem Fuß verraten die Anspannung beim Ungarn - einige flogen mal wieder in wilder Streuung umher. Note: 3.

Benjamin Henrichs: Durfte von Beginn an ran, aber war kein Gewinn gegen Bielefeld. Der Sommerzukauf aus Monaco machte vieles richtig, aber eben nur das. Lief beim 0:1 ohne Willen den Bielefeldern hinterher und liess das Zentrum so für Torschütze Serra offen. War generell in den Zweikämpfen brav, seine Tempovorstöße hatten kein Tempo, viele seiner Zuspiele waren schwer zu verwerten, von seinen Flanken ganz zu schweigen. Note: 4.

Nordi Mukiele: Mal wieder ein Totalausfall beim Franzosen. Weniger in Beinen und Füßen als im Kopf. Hatte ordentliche Zweikampfwerte und war mit 100 Ballkontakten der am häufigsten eingebundene Spieler der Partie. Doch es kam keine würdige Leistung dabei heraus. War ab und an fahrig in seinen Zuspielen so wie beim Fehlpass auf Forsberg, bei dem der sich verletzte, rutschte hin und wieder gefährlich weg. Höhepunkt war sein aufreizend langsamer Gang vom Feld, als er in der 65. Minute ausgewechselt wurde. Note: 4.

Willi Orban: Machte ein mäßiges Spiel, keine großen Fehler, aber es fehlt die Dominanz und Wucht in seinen Aktionen wie er sie vor seiner Corona-Erkrankung hatte. Sein Unterschenkel aber zeigte sich in Topverfassung, als er einen Monstertritt von Fabian Klos, der mit Rot bewertet wurde, folgenlos parierte. Note: 3,5. 

Josko Gvardiol: War noch einer der wenigen, der zumindest bei der Einstellung Normalform abrief. Aber auch beim Kroaten macht sich Müdigkeit und Versunsicherung bemerkbar. Spielte in der ersten Hälfte zwei, drei Fehlpässe, die er aber meist wieder ausbügelte. Schoss in der 94. Minute gefährlich aufs Bielefelder-Tor, Kapino parierte. Note: 3. 

Angeliño: Licht und Schatten beim Spanier. Nach vorn bemüht, seine Rolle als Ball-Zusteller für Silva ordnungsgemäß auszufüllen. Nach hinten aber mit Unzulänglichkeiten, wie vor dem 0:1, als er nicht eng genug an Serra stand, um dessen Abstauber-Tor zu verhindern. Hätte kurz vor der Pause beinahe Nkunku das 1:0 aufgelegt, sein Zuspiel war aber als Schuss geplant, er rauschte knapp am langen Pfosten vorbei (43.). Note: 3.  

Kevin Kampl: Begann seinen Nachmittag mit einem Kapital-Fehlpass, der Bielefeld den ersten Konter des Spiels ermöglichte (1.). War um Struktur bemüht und Dreh- sowie Angelpunkt beim Versuch, die Partie durch Ballbesitz zu kontrollieren. Durch seine defensive Rolle weitgehend wirkungslos im Angriffsspiel. Note: 3.

Dominik Szoboszlai: Der Ungar zeigt Anzeichen einer Entwicklung als Ballett-Fußballer. Am Ball talentiert, aber die Ideen scheinen oft um ihn selbst zu kreiseln, stattt um seine Mitspieler. Vollendete die erste Torchance für RB in der Partie, sein Schuss rauschte ans Außennetz (12.). Einmal noch bediente er Nkunku für einen harmlosen Kopfball. Mehr Einfälle kamen beim Feinfuss an diesem Nachmittag nicht zum Vorschein. Note: 4.

Emil Forsberg: Stand nur sechs Minuten auf dem Feld, musste dann mit einer selbst zugefügten Oberschenkel-Verletzung vom Feld.

Christopher Nkunku: War der einzige Lichtblick im Leipziger Angriffsspiel, aber gegen das Bielefelder Bollwerk reichte auch sein ganzes Talent nicht aus. Dribbelte sich oft fest, fand zu wenige Lücken für sein Spiel. Rauschte knapp an Angelinos Schuss kurz vor der Pause vorbei - und leitete das 0:1 ein, als sein Hackenzuspiel vor dem Bielefelder Adressat Szoboszlai verfehlte. Der Ballverlust entwickelte sich zum Bummerang. Note: 3,5.

André Silva: Fand so gut wie nicht statt. Hatte ein Halbchance in der 77. Minute, sein Schuss wurde geblockt. Ansonsten ein paar festgemachte Bälle in der eigenen Hälfte, mehr kam nicht vom Portugiesen, der von den Bielefeldern gut zugestellt war. Das war beim Bewegungsdrang des Stürmers aber auch nicht schwer. Note: 4.

Tyler Adams (7.): Musste für Forsberg früh ran. War bemüht, aber momentan ist der US-Amerikaner nicht mehr als ein solider Ergänzungsspieler. Das Zweikampfverhalten is so lala, das Spiel nach vorn uninspiriert, er hat keinen Mut für Tempoläufe oder Dribblings, auch das Bälleklauen, seine vormals beste Fähigkeit, gelingt gerade nicht. Hatte eine Zweikampfquote von 30 Prozent. Note: 3,5.

Mohamed Simakan (65.): Kam für Mukiele und fror sich die Beine ab, als sein Landsmann aufreizend langsam vom Feld schlich. Spielte solide seinen Part herunter, aber da war die Partie eigentlich schon verloren.  Note: 3.

Amadou Haidara (65.): Erster Einsatz nach mehreren Wochen Verletzungspause. Der fehlende Rythmus war ihm anzusehen. Blieb wirkungslos und spielte den Horror-Fehlpass vor dem 0:2, den Krüger mit einem Steckpass auf Okugawa zum finalen Knock-out verwertete. Note: 4.*

* Wir bewerten nur Spieler, die vor der 70. Minute zum Einsatz kamen.

(RBlive/hen)